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HDMI ist nicht gleich HDMI! Wer XBMC mit der TV-Remote steuern möchte, der muss beim Kauf auf HDMI-CEC-Unterstützung achten

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Ich bin nicht gerade ein Kabel-Fetischist: Zu den Boxen meiner Stereoanlage müssen im Querschnitt ein paar Millimeter Kupfer führen, aber ich brauche keine Siltech-Emperor-Kabel für über 10.000 Euro den laufenden Meter. Genauso sieht es in meinen Augen bei HDMI-Kabeln aus, auch hier kann man gut und gerne ein paar Tausend Euro in Audioquest Diamonds und Co. investieren. Genauso wenig wie man die Investition in die Lautsprecherkabel hören wird, lässt sich mit Sicherheit auch kein Unterschied im per HDMI übertragenen digitalen Signal erkennen — HiFi-Hörige mögen mich nun steinigen… Allerdings gilt es dennoch ein wenig auf die Wahl des HDMI-Kabels zu achten, wer später einmal seinen XBMC-Mediacenter auf dem Raspberry Pi oder Odroid über die Fernbedienung des Fernsehers steuern möchte, der muss das richtige Kabel erwischt haben!

Die Technik Steuersignale der Fernbedienung über HDMI an einen angeschlossenen Player zu übertragen nennt sich Consumer Electronics Control oder kurz CEC und ist praktisch ein anerkannter Standard. Zahlreiche TV-Geräte sollten bereits HDMI-CEC unterstützen, allerdings nennt jeder Hersteller die Technik ein wenig anders: Philips tauft CEC um in EasyLink, LG nutzt lieber Simplink, bei Pioneer nennt man CEC Kuro Link, bei Sony BRAVIA Sync und bei Samsung heißt das Ganze dann Anynet+. Im Endeffekt unterscheiden sich die ganzen Namen und Techniken kaum. HDMI-CEC bleibt HDMI-CEC, auch wenn die Hersteller durchaus auch noch ihre eigenen Zutaten in die CEC-Suppe geben und somit für Inkompatibilitäten sorgen.

Auf dem Odroid lässt sich inzwischen auch Linux mitsamt XBMC flüssig betreiben.

Eines der besten Features von XBMC auf dem Raspberry Pi oder Odroid ist es das Mediacenter komfortabel mit der Fernbedienung des Fernsehers zu steuern.

Odroid und Raspberry Pi, auf dem Odroid steckt jedoch eine Quad-Core-CPU mit 1,7 GHz und 2 GByte Arbeitsspeicher.

Das XBMC-Mediacenter kann nun mit den CEC-Signalen umgehen, wenn der Kernel des genutzten Systems die Steuersignale entsprechend verarbeiten kann. Dies ist zum Beispiel bei OpenElec für den Raspberry Pi der Fall. Von daher halte ich nach wie vor den RasPi für das aktuell beste Mediacenter zum Nachrüsten eines nicht-smarten Fernsehers, auch wenn der RasPi nicht gerade ultra-schnell ist. Doch es ist einfach super-praktisch einfach per TV-Fernbedienung auf den HDMI-Eingang mit dem OpenElec-RasPi zu wechseln und dort das System weiter mit der TV-Knipse bedienen zu können — der WAF des Multimedia-Center-RasPis steigt dadurch deutlich an.

Nun tut sich inzwischen auch bei der Rasperry-Pi-Alternative Odroid von Hardkernel einiges: Der mit einer Quad-Core-CPU und 2 GByte ausgestattete Mini-PC geht deutlich schneller zur Sache als der Raspberry Pi, allerdings war es lange nicht möglich die Hardwarebeschleunigung der auf der Platine verbauten Mali-GPU unter Linux zu benutzen. Inzwischen ist im Odroid-Forum jedoch ein Linux-Image inklusive XBMC auf Basis von Lubuntu aufgetaucht, das nun endlich einen schnellen Bildaufbau des X-Servers erlaubt. In dieses ist Support für HDMI-CEC eingebaut, doch bei mir passierte beim Drücken auf den Tasten der TV-Fernbedienung auf dem Schirm… nichts. Hier schließt sich nun der Kreis zu den eingangs erwähnten HDMI-Kabeln.

Ob das am Odroid angeschlossene HDMI-Kabel auch wirklich Unterstützung für HDMI-CEC bietet und die Steuersignale des Fernsehers überträgt, sieht man ihm von leider nicht an.

Auch wenn CEC seit HDMI 1.2a ein Teil der HDMI-Spezifikation ist und ihr HDMI-1.4-zertifizierte Kabel wie das von mir genutzte mumbi Micro HDMI Kabel 1080p kauft, ist das noch keine Garantie, dass diese auch die Steuersignale übertragen. Die Erkenntnis hat mich ein paar Stunden genervte Bastelei — wer denkt denn schon an das Kabel, wenn so eine Funktion partout nicht möchte — und am Ende nochmal ein paar Euro für ein wirklich CEC-fähiges HDMI-Kabel gekostet.

Achtet daher beim Kauf eines HDMI-Kabels, das später einmal einen mit XBMC ausgestatteten Mini-Rechner wie den Raspberry Pi oder den Odroid mit dem Fernseher verbinden soll, dass der CEC-Support vom Hersteller garantiert wird. Vom Preis nehmen sich solche Kabel nicht viel, doch der CEC-Support kann später einmal ganz praktisch sein, auch wenn man ihn anfangs noch gar nicht nutzen möchte.

 

Autor: Christoph

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11 Kommentare

  1. Super – vielen Dank für den Tipp! Ich habe XBMC auf dem Raspberry Pi und wusste gar nicht, dass die Signale der Fernbedienung weitergegeben werden. Gerade ausprobiert – funktioniert!

    Ich habe bisher immer mit umständlich mit einer drahtlosen Tastatur hantiert. Ich habe auf die schnelle nicht herausgefunden, wie ich die “rechte Maustaste” Funktionalität erhalte, aber da bin ich noch guter Hoffnung.

    • Hehe, das gute liegt so nah, man muss nur auch wissen, dass es da ist ;) Ich nutze XBMC immer nur über die TV-Fernbedienung, welche Aktion löst du mit der rechten Maustaste aus? Grüße, Christoph

      • Im Wesentlichen brauchte ich die rechte Maustaste, um das Kontextmenü zu Filmen aufzurufen, wo man dann die Details zum Film abrufen kann (falls importiert) bzw. einen Film aus der Bibliothek zu löschen (falls die Metadaten falsch sind und neu eingelesen werden sollen).

        Mittlerweile habe ich aber auch herausbekommen, wie es geht: In das Menü komme ich bei meinem Samsung Fernseher – etwas unintuitiv – über die auf der Fernbedienung mit “Return” bezeichnete Taste. Die Taste “Exit” ist “Zurück” bzw. “Home”.

  2. Also so viel ich weiß überträgt ein HDMI-Kabel die Daten digital und ein Kupferkabel optisch. So gesehen ist eine gewisse abschirmung bei kupferkabeln nötig und daher die teuren (bis zu einem gewissen Preis) pauschal besser als die günstigen.
    Bei einem HDMI-Kabel hingegen macht es keinen Unterschied ob man das für 1000€ oder für 2€ nimmt, da die 0en und 1en in jedem Fall ankommen.

    XMBC ermöglicht auch die Anpassung der Codes. Das heißt man kann die Tasten seiner Fernbedinung je nach Modell beliebig anpassen.

  3. Wusste gar nicht, dass das geht. Ich muss das heute Abend gleich mal ausprobieren. Mal sehen ob ich ein Kabel habe, dass diese Funktion unterstützt :D

    Danke für den Hinweis auf die Funktion!

  4. Hui du geizt ja nicht mehr mit Affiliate-Links!
    Es wäre toll wenigstens eine vernünftige Markierung der gleichen zu sehen. Nirgends ist eine Erläuterung zu den Farben zu sehen.

    • Besser? Ich lasse eine Reihe von Begriffen automatisch durch interne, externe und Affiliate-Links ersetzen. Da dabei immer die selbe Funktion zum Einsatz kommt, ist die Sache mit dem Markieren nicht ganz so einfach gewesen. Das letzte mal bin ich daran gescheitert und habe wenigstens die Farben des Pfeils angepasst. Nun funktioniert es jedoch so, wie ich es mit vorstelle. Grüße, Christoph

      • Ohja, das sieht viel besser aus und man weiß direkt wo man hinkommt.
        Vielen Dank für die erhöhte Sichtbarkeit.
        Prinzipiell ist Affiliate ja eine feine Sache, aber so manche Leute haben von 10 Links in einem Post nur 1 Link, der kein Affiliate-Link ist und der geht zu Wikipedia ;)

        Keep up the good work!

  5. So ist es mir auch gegangen, allerdings hatte der Hersteller das Kabel extra mit CEC ausgezeichnet. Konnte es aber aufgrund des Mangels kostenlos zurückschicken.

  6. Das war mal wider ein interessantes Thema, man achtet auch so viele Sachen, aber das wirklich wichtige vernachlässigt man, oder hat es nicht auf dem Plan.
    Klasse! muß ich mir wohl ein neues Kabel besorgen. Denn den Raspberry (xbmc) mit der Fernbedienung steuern, das hat schon was. Immer Interessant! :-)

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