Wer einen Nexus-Androiden oder auch ein aktuelles Samsung-Handy mit Android kauft, der wird feststellen, dass es unter Linux ein klein wenig nervig ist Daten auf bzw. vom Handy zu schieben. Der Grund dafür ist, dass Google mittlerweile darauf verzichtet den Handys eine eigene Datenpartition zu spendieren, die aus dem System ausgehängt und exklusiv über USB via USB-Mass-Storage (USM) vom PC angesprochen werden kann. Stattdessen werden die Daten mittels MTP/PTP übertragen, was unter Linux allerdings einige Problemchen verursacht. Tools wie go-mtpfs oder jmptpfs oder auch AirDroid sind brauchbare Krücken, doch bequem ist was anderes. Ein Update des GVFS hat jedoch mittlerweile gerlent mit MTP umzugehen. Die dringend notwendige Implementation von MTP in das GVFS (dem virtuelle Dateisystem von GNOME) wurde von Philip Langdale durchgeführt, dem der Dank eines jeden Android-Users mit Linux auf dem PC gelten sollte. Seine Arbeit wurde mittlerweile direkt in GVFS integriert, so dass zukünftige GNOME-Versionen von Haus aus mit MTP umgehen können. Für Ubuntu- oder Mint-User mit mindestens Ubuntu 12.04+ hat er zudem ein PPA aufgesetzt, das die Pakete gvfs und libmtp entsprechend aktualisiert, so dass ihr jetzt schon auf die Aktualisierung zurückgreifen könnt.
$ sudo add-apt-repository ppa:langdalepl/gvfs-mtp
$ sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgradeIch habe die Pakete bei mir unter Ubuntu 12.10 probiert und kann nicht klagen. Nach der Installation und einem Neustart des Systems taucht mein Galaxy Nexus umgehend im Dateimanager auf, sobald das Handy anschließe. Die Performance ist beim Dateitransfer ist OK, aber auch nicht berauschen. Schreibend schafft mein Nexus etwa 4,5 MB/s, Lesen geht es bei etwa 8,2 MB/s etwas schneller zu.

Was ich beobachten konnte, ist dass die Verbindung zum Handy nach einer Weile einschläft. Hat man zum Beispiel den Dateimanager mit dem Handy als Verzeichnis offen und wartet eine Weile (etwa so lange wie ich an diesem Beitrag geschrieben habe) ab, dann lässt sich in dieses Fenster keine Datei mehr ziehen, man muss das Handy ab- und wieder anstöpseln. Ganz sauber und ohne Bugs arbeitet das PPA daher noch nicht, bis zu Ubuntu 13.04 werden die Kinderkrankheiten hoffentlich ausgemerzt werden. Testet daher das PPA und gebt dem Entwickler über eure Erfahrungen Bescheid!





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