Start GNU/Linux The Gimp fliegt aus Ubuntu Lucid Lynx 10.04

The Gimp fliegt aus Ubuntu Lucid Lynx 10.04

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Die Bildbearbeitung The Gimp ist seit langen Jahren DIE Bildbearbeitung unter Linux. Es gibt praktisch keine große GNOME-Distribution, die The Gimp nicht vorinstalliert. Doch was müssen meine müden Augen sehen?… Berichten zufolge fliegt der gute alte Gimp aus dem Standardsetup der nächsten Ubuntu-Version. Die Gründe dafür sind angeblich folgende…

  • Ottonormalbenutzer verwendet das Programm nicht.
  • Die Oberfläche ist zu kompliziert.
  • Gimp orientiert sich an den Anforderungen für professionelle Bildbearbeitung.
  • User wollen einen simplen Weg Fotos zu bearbeiten, sie können das mit F-Spot.
  • The Gimp steht in Konkurrenz zu Photoshop, und das ist bekanntlich nicht auf Windows vorinstalliert.
  • Gimp nimmt viel Platz auf der CD weg.

Alles in allem sind das alles valide Gründe. Ich halte The Gimp auch nicht für DIE Bildbearbeitung, die von Haus aus vorinstalliert sein sollte. Aber, was sind aktuell die Alternativen? F-Spot? Das ist doch ein schlechter Witz. F-Spot kann vieles, auch rudimentäre Bildbearbeitung. Man kann Farbwerte ändern, rote Augen entfernen oder Bilder zuschneiden. Doch das wars… Wie soll man einen Screenshot mit einem Pfeil versehen? Wie die Leute auf einem Gruppenfoto mit einem Namen versehen? Ubuntu wird das nicht mehr von Haus aus können.

Gimp
Bald gibt es Gimp nicht mehr in der Standardinstallation von Ubuntu.

Es hört sich nach einem Witz an, aber Linux (speziell GNOME) braucht ein (besseres) MS-Paint. Programme wie Nathive sind leider noch nicht so weit. Andere Alternativen wie Tux Paint, XPaint oder Kolorpaint erfüllen zwar ebenso den Anspruch einer „einfachen“ Bildbearbeitung, sind jedoch für Kinder ausgelegt, sehen unglaublich hässlich aus, oder sind für die falsche Desktopumgebung geschrieben worden. So lange es also kein bessere gtk-basierendes MS-Paint gibt, so lange sollte man an GIMP als vorinstallierte Bildbearbeitung unter Ubuntu festhalt

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114 KOMMENTARE

  1. Ich denke man sollte bei der CD bleiben. DVDs sind relativ teuer.
    Wenn man Ubuntu auf älterer Hardware aufsetzt ist auch nicht immer gegeben, dass es ein DVD-Rom gibt.
    Für Leute mit langsamer Leitung wäre es eher gut, wenn es noch eine 100 mb Net-Install Version gäbe wie bei Debian.
    Wenn ich was brauche, schmeiss ich die Paketverwaltung an und ziehe es runter, ich möchte nicht erst 4GB mit Kram runterladen, den ich dann nicht mal installiere.

    Wenn man mit seinem Rechner irgendwo im – relativ dünn besiedelten – Afrika sitzt will und kann man nicht erst Jahre warten, bis die Gigabytes über eines der Handy Netze eintrudeln. Man will vielleicht nur ein neues stabiles Release und danach seine Entwicklungsumgebung installieren.
    Ältere Computer haben meistens auch keine DVD-Brenner – in Afrika, wo der nächste Hardwareladen durchaus 1000 km weg sein kann, ist das ein Problem.

  2. Offensichtlich ist den meisten XnView nicht bekannt. Bietet nahezu die gleichen Möglichkeiten wie Gimp, ist aber deutlich komfortabler. Muß allerdings unter Wine laufen, da die Linuxversion weniger Funktionen hat.

  3. Leo, hier geht es um Bildbearbeitung, nicht um einen Bildbetrachter wie das von dir genannte XnView. Das Programm ist eine nette Freeware, doch zu XnView gibt es mit GThumb, Digicam und Co. zahlreiche native Linux-Alternativen. Da muss man nicht lange mit Wine rumwerkeln 🙂

  4. Dir ist schon klar, dass es von der Haupt-CD und nicht aus Ubuntu rausfliegt? Dies bedeutet nur, dass es bei der Standard-Installation nicht automatisch installiert wird, aber jederzeit auf Wunsch nachinstalliert werden kann.

    Also: nicht immer gleich so viel Panik verbreiten.

    • Hallo Kurt, bitte lies genau…

      > der gute alte Gimp aus dem Standardsetup der nächsten Ubuntu-Version.

      Natürlich kann man Gimp nachinstallieren. Doch nicht jeder hat eine schnelle Internetanbindung. Nicht jeder hat überhaupt eine Möglichkeit ins Netz zu gehen.

      Ich spreche hier nicht von Anwendern in Deutschland, wo Internetzugänge schnell und billig sind. Ich spreche von Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen es nicht so einfach ist ins Internet zu kommen.

      Gerade hier war/ist Ubuntu ein tolles Paket. Vom System, über ein Office, bis hin zur Bildbearbeitung war alles dabei. Nun muss man für einen – nicht sonderlich selten vorkommenden Anwendungsfall – die Kiste irgendwie ins Netz bekommen.

      Also: Nicht immer Scheuklappen aufhaben und nur die eigenen vier Wände ansehen, sondern auch mal die größeren Zusammenhänge betrachten 🙂

  5. Ein Fehler:

    >•Gimp richtet orientiert sich an den Anforderungen für professionelle Bildbearbeitung.

    Das „richtet“ ist denke ich zu viel.

  6. Ich finds nicht so tragisch. Ich mag den Gimp und brauche ihn häufig, auch unter Windows. Ich habe auch ein Zeichnungstablett und bin sicher da kein Durchschnitts-Benutzer.

    Meiner Meinung nach brauchen die Wenigsten ein solch mächtiges Bildbearbeitungsprogramm. Besser gesagt: können damit etwas anfangen. Die meisten, die ich kenne, brauchen nur einen Viewer und machen nicht einmal die roten Augen weg mir ihren Windows Rechnern. Farbkorrektur was ist das? Ausschneiden wozu? Ist ja alles erkennbar irgendwo drauf… Die Namen auf dem Gruppenfoto machen sie dann mit Word oder Powerpoint rein. Zum schreien aber Tatsache.

    Der Gimp ist eher aus „traditionellen“ Gründen überall drin, nicht weil die Masse ihn braucht. Inkscape ist auch nicht drin. Oder Scribus. Oder eine Musikproduktionssoftware. Oder eine Videoschnittsoftware. Oder was-weiss-ich.

    Eine Distro kanns nicht jedem recht machen. Ich finde es gut, wenn Linux möglichst einfach wird. Natürlich muss das Grundlegende vorhanden sein.

  7. Habe heute Ubuntu 10.04 auf der Arbeit installiert und wunderte mich auch erst mal, dass Gimp nicht enthalten war.
    Ich sehe das aber nicht als Nachteil – ganz im Gegenteil.
    Lieber ein schmales System dass ich mir selbst aufbaue wie ich es brauche, als ein System dass ich erst mal „entrümpeln“ muss.
    Hab gerade keine Statistik hier, ich denke aber dass der prozentuale Anteil der User die Ubuntu nutzen und kein Internet haben eher gering ist.

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