Ghostery ist bei vielen kritischen Web-Nutzern ein beliebtes Werkzeug, um den Einsatz von Webtracking-Tools und Anzeigenetzwerken zu erkennen und bei Bedarf auch gezielt zu unterbinden. Was viele allerdings nicht wissen: Ghostery wird schon lange nicht mehr von dem Erfinder des Add-Ons entwickelt, seit Januar 2010 führt bei Ghostery ein Unternehmen Regie, das sich einst Better Advertising nannte. Da sich so ein Name als Entwickler für ein „Privacy-Tool“ macht firmierte sich Better Advertising in der Zwischenzeit in Evidon und dann Ghostery, Inc. um. Wer sich die Firmengeschichte im Video erklären lassen möchte, dem empfehle in den Beitrag Der Feind in mir von SemperVideo.

Mit dem heutigen Update auf Ghostery 5.4.6 macht das Add-On seine Verflechtung mit der Anzeigenindustrie deutlich: Mit der neuen Consumer Messaging Platform oder kurz „CMP“ möchte Ghostery nun „Ankündigungen, Anzeigenkampagnen oder andere angemessene Benachrichtigungen“ direkt in den Browser seiner User schicken. Die Funktion lässt sich in den erweiterten Einstellungen deaktivieren, sie ist allerdings von Haus aus scharf gestellt. Egal ob man das Add-On gerade frisch installiert oder eine bestehende Installation aktualisiert. Auch der Einrichtungsassistent erwähnt das Werbenetzwerk mit keinem Wort.
„The CMP will allow us to message our users directly in their browser with product announcements, promotions, and other appropriate notifications. This messaging system and can be turned off at any time by accessing the advanced tab of the options menu.“
In meinen Augen sollte man daher in Zukunft besser die Finger von Ghostery lassen, besonders weil mit dem Privacy Badger der Electronic Frontier Foundation eine sehr gute und vor allen Dingen freie Alternative existiert. Das Add-On gibt es als Erweiterung für Chrome und Chromium (hier auch als CRX-Datei zur Installation ohne den Chrome Web Store) sowie für Mozillas Firefox. Eine Version für Opera, Safari und Firefox Mobile soll später noch folgen.






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