Linux und Ich

Blog ├╝ber Ubuntu, Linux, Android und IT

Lizenziert unter CC by-sa von boltron- auf Flickr

Krieg der Planeten…

| 18 Kommentare

…(verzeiht den Titel, aber er bot sich einfach an ­čśë ) Bernd Dau wunderte sich gestern ├╝ber die Anzahl der Referrer, die er ├╝ber Ubuntuusers Planet bzw. von Planet Debianforum bekommt. Obwohl die uu.de Community „nur“ 5-mal so gro├č ist wie debianforum.de, ist die Summe der Referrer von uu.de 10x so gro├č wie von Planet Debianforum.

Ich habe mich auch schon ├Âfters ├╝ber diese enorme Diskrepanz gewundert, denn bei mir sieht die Statistik noch viel deutlicher aus. Vorgestern (ich hatte zwei Beitr├Ąge ver├Âffentlicht) kamen von planet.ubuntuusers.de 419 User auf mein Blog, von planet.debianforum.de gerade einmal acht. Aus der Ubuntu Community steuerten also 50 mal mehr User zu mir, als aus der Debian-Community. Auch an anderen Tagen sieht diese Statistik nicht viel anders aus.

├ähnliche Werte liefern auch die Planeten der englischen ubuntuforums.org Community Planet Ubuntu users und Ubuntu Universe. Ich ├╝bersetze ab und an mir wichtige Blogbeitr├Ąge ins Englische und lasse die Beitr├Ąge um diese Planeten rotieren, doch auch von diesen Planeten kommt kaum ein Referrer, obwohl sie aufgrund der englischen Sprache weltweit gelesen werden. Daher stelle ich mir auch die Frage: Warum ist Planet Ubuntuusers so popul├Ąr?

Man m├Âge argumentieren, dass meine Beitr├Ąge oft eher Ubuntu-lastig sind (was auch auch zutreffen mag) und daher von Planet uu.de mehr Referrer kommen, doch die genannten Beitr├Ąge waren definitiv nicht „Ubuntu-only“, von daher sollten sie beide Communities gleich ansprechen. In meinen Augen liegt der Hund in der Pr├Ąsentation der Planeten vergraben.

Der erste Punkt ist die bessere Sichtbarkeit der einzelnen „Module“ der Community auf ubuntuusers.de. Auf debianforum.de landet der User erst einmal im Forum. Es gibt kein Portal und keinen Header in dem der Planet oder auch das Wiki von df.de als gleichberechtigter Baustein pr├Ąsentiert wird. Das Forum dominiert debianforums.de v├Âllig. Dem User wird so nicht visualisiert, dass es eben noch „mehr“ gibt als nur das Forum auf debianforum.de. Von der Eingangsseite gibt es nur einen kleinen Link (Punkt 1 im Screenshot) zum Planeten. Auf ubuntuforums.org gibt es ├╝berhaupt keinen Verweis auf Wiki oder Planet. Ich glaube dass viele Mitglieder von df.de bzw. ubuntuforums.org gar nicht wissen, dass es einen Planet gibt und was so ein Planet eigentlich macht. Auf der Portalseite von uu.de dagegen stechen die einzelnen Bereiche der uu.de Community dem User durch den Header sofort ins Auge. Der Planet ist so schwer zu ├╝bersehen und weckt so Neugierde.

Die Portalseiten der beiden Communities

Ein weiterer Punkt ist die Pr├Ąsentation des Planeten. W├Ąhrend es dem Webteam von uu.de mit Inyoka gelungen ist ein vollst├Ąndiges Portal mit Forum, Wiki, Newsbereich und einem Planet zu schaffen, herrscht auf df.de St├╝ckwerk. phpBB3 f├╝r das Forum, MoinMoin f├╝r das Wiki und Planet Planet f├╝r den Planet. Gerade letzteres Modul erf├╝llt zwar sein Funktion. Doch das Web ist heutzutage bunt geworden. Wir Geeks setzten zwar meist den Inhalt vor das Aussehen, doch Ottonormalsurfer schreckt solch ein „Nicht-Aussehen“ einfach ab.

Nicht dass ich damit die Menschen hinter df.de kritisieren m├Âchte, die Community l├Ąuft seit Jahren stabil und entwickelt sich stetig, doch mit Inyoka wurde in meinen Augen ein grandioses Werkzeug f├╝r Communities wie uu.de oder df.de geschaffen, das sich nun bezahlt macht. (@uu.de Webteam: Will ja keinen Druck machen, aber die Mitte des Jahres 2009 wurde nun erreicht, ich freue mich schon auf die Freigabe von Inyoka ­čśë )

Die beiden Planeten im Vergleich

Neben diesen drei Punkten gibt es in meinen Augen nur noch ein weiteres Kriterium in dem sich Planet uu.de von Planet df.de unterscheidet: Die Ausrichtung. Planet df.de aggregiert s├Ąmtliche Blogs der User. Es gibt weder Qualit├Ątskriterien, noch eine Strategie. Auf Planet df.de liest man von den privaten Erlebnissen eines Debian Entwickler, ├╝ber die Tipps von Linux-Anwender bis zum hin zu den wirtschaftspolitischen Ansichten eines philosophierenden Arztes so gut wie Alles. Die Qualit├Ąt der Blogs reicht von exzellent ├╝ber durchwachsen bis hin zu lieblos. Diese Offenheit ist nat├╝rlich das Konzept des Planeten auf df.de und hat auch ihren Reiz, doch f├╝r die Breite Masse an Lesern verliert der Planet dadurch wohl an Interesse.

Im Gegensatz dazu setzt Planet uu.de auf die Einhaltung gewisser Standards. Dadurch wird der Planet zu einer gro├čen und thematisch beschr├Ąnkten Informationsquelle mit dem Schwerpunkt auf Debian/Ubuntu. Das macht den Planeten von uu.de zu einer Art Magazin ohne Redaktion mit hohem Informationswert.

Letztendlich w├╝rde ich mir pers├Ânlich eine Mischung der beiden Konzepte w├╝nschen. Ideal empf├Ąnde ich zwei Planeten f├╝r Linux Communities wie uu.de bzw. df.de. Einmal ein „Linux-Only“ Planet und einen „Community-Planet“. Das w├╝rde zum Einen den Community-Gedanken f├Ârdern, weil jeder Blog einen Platz finden w├╝rde und zum Anderen Interessenten eine „Linux-Only“ Informations-Quelle liefern, die ohne viel Rauschen n├╝tzliches und interessantes Rund um GNU/Linux berichtet.

Bleibt ein Fazit zu ziehen: Es ist extrem wichtig Portale ├╝bersichtlich zu gestalten. Die Navigation zu den einzelnen Modulen muss gro├č und deutlich sein. Es reicht nicht Links in einem 100×140 Pixel gro├čen Abschnitt einer Sidebar zur kompletten Navigation ├╝ber das Portal zu erstellen. Ein einheitlicher Header inkl. einheitlicher Navigation ├╝ber s├Ąmtliche Module macht sich deutlich in den Nutzerzahlen der einzelnen Module bemerkbar. Dazu sollten Communities die Elemente des „Web 2.0″ zu einem gemeinsamen Portal kombinieren. Forum, Wiki, News und Planet erg├Ąnzen sich erst dann zu einem umfassenden und unglaublich produktivem und informativem Netzwerk.

Autor: Christoph Langner

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier ├╝ber Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir ├╝ber Facebook, Google+ oder Twitter oder nat├╝rlich dem Blog folgen.

18 Kommentare

  1. Ausgezeichnet beschrieben.
    Auch wenn es wie „Lobhudelei“ klingt, Linux und Ich,.. einer der besten Blogs in Netz.

  2. Hi, als ich vor ein paar tagen nach neuen Planeten gesucht habe, da ist mir auch durch den Eintrag der Debian Planet ins Auge gefallen…

    Ich war schockiert ­čśÇ zumindest meine Augen… dass der Stil zum rest nicht passt … h├Ątte ich so nicht erwartet. Verst├Ąndlich und auf den zweiten Blick sichtbar, dass alles zusammengeklebt wurde, wie du es beschrieben hast.

    Aber die h├Ątten zumindest jemand hinsetzen k├Ânnen, der mal sich Zeit nimmt und das Aussehen angleicht. Wenn schon einen der Anblick nicht ├╝berzeugt, dann schaut man kaum auf den Inhalt. War mein erster Eindruck. Trotzdem werde ich da immer wieder vorbei schauen.

    Und du hast in allen Punkten Recht :)

  3. …(@uu.de Webteam: Will ja keinen Druck machen, aber die Mitte des Jahres 2009 wurde nun erreicht, ich freue mich schon auf die Freigabe von Inyoka)

    Richtig, h├Ątte ich beinahe vergessen, da war doch mal was… ­čśë

    Ansonsten, sehr gelungener Artikel, wie meistens!

    Greez w.

  4. Hey!
    Ich m├Âchte mich zun├Ąchst dem ersten Kommentar anschlie├čen! Ich lese gerade auch „Linux und ich“ immer mit Interesse und viele Beitr├Ąge sind extrem gut!

    Ich teile auch Deine Meinung hinsichtlich des Gesamtsystems auf uu.de: Das macht sicher viel aus.

    Das Entscheidende, warum viel mehr Leute von uu herkommen als von df k├Ânnte aber Folgendes sein. Der Feed des uu-Planeten stellt nur sechs oder sieben Zeilen des Beitrags zur Verf├╝gung, also kaum mehr als einen Teaser. Ich muss also sehr oft auf die echten Beitr├Ąge gehen, w├Ąhrend der df-Feed die ganze Nachricht enth├Ąlt und ich dann nicht mehr auf die Seite des Autors gehe.
    Ich denke, das ist der Grund!

    Viele Gr├╝├če, Karsten

  5. …andererseits: Ist es dann ├╝berhaupt ein referrer?

  6. Sch├Âner Artikel, Chrissss!

    Karsten, kannst Du Deinen letzten Absatz nochmal erl├Ąutern? Denn das Ikhayateam achtet darauf, dass nur vollst├Ąndige und keine „abgehackten“ Feeds angezeigt werden.

    Liebe Gr├╝├če, FLO

  7. @Karsten: Man kann bei den Feeds selbst einstellen, ob man nur den Titel, eine Einleitung oder die ganzen Beitr├Ąge haben m├Âchte.

    siehe: http://ubuntuusers.de/feeds/planet/

    Vielleicht hast du beim Planeten nur die Einleitung eingestellt?

  8. uuups…stimmt. Ich hatte wohl nur short.

    Aber es k├Ânnte trotzdem eine Rolle spielen, oder?

    Bei df gibt’s wohl nur die vollst├Ąndige Version…

  9. Guter Beitrag, danke! Ich denke, dass betreffend den Zugriffen ab den verschiedenen Planeten auf Dein Blog vor allem jenes Argument zutrifft, dass Du als zweites genannt hast: Ubuntuusers.de achtet recht streng darauf, dass nur themenpassende Beitr├Ąge aggregiert werden. Das zahlt sich eben aus, finde ich.

  10. Ich muss schon sagen, deine Artikel sind manchmal etwas l├Ąnglich, aber wirklich gut durchdacht und machen Spa├č.
    Interessanterweise vertritt ein Leser bei mir eine g├Ąnzlich andere These.
    Und weil ich scharf auf Besucher bin, enthalte ich dies euch vor. Ihr m├╝├čt schon kommen und sie selber finden ^-^
    Die Kommentare zum Beitrag auf Zockertown

  11. Guter Beitrag! Da ich seit erst 1 Jahr nur noch Ubuntu nutze und einsetze (Mein erster Kontakt mit Linux war SUSE in der Version 6 was ich damals aber als zu Kryptisch empfand und ich bei Windows h├Ąngen blieb), ist der Planet f├╝r mich ein Wissensspeicher geworden. Ich klicke immer wieder den Planet an, um zu Schauen was gibt es neues!Schon alleine deswegen, wie die Informationen des Planeten aufbereitet sind bzw. Dargestellt werden!
    Der Blogeintrag zur X10 Funkfernbedienung veranlasste mich damals diese zu Kaufen und zu Testen bzw. diese unter Ubuntu zum Laufen zu bringen. Und das mit Erfolg.
    Oder die vielen Beitr├Ąge zu Gimp! Einfach super! Viele Probleme als Linuxneuling, konnte ich durch das Wiki und dem Forum l├Âsen!!! Dank der guten Strucktur und Aufmachung des Portals von Ubuntuuser.de. Die Community lebt und damit Ubuntu!!

  12. Ich nutze Ubuntu erst seit ein paar Monaten und kann mich daher kaum als Experte bezeichnent.Und trotzdem habe ich mir in dieser kurzen eine Unmenge Wissen aneignen k├Ânnen und glaube nicht, dass ich je f├╝r irgend einen Interessenbereich schnell und so einfach an so viele richtige und pr├Ązise Infos herrankam.

    Wahrscheinlich geht es vielen Linuxanf├Ąngern so, dass sie sich erstmal mit Ubuntu befassen, bevor sie zu den „harten Drogen“ wechseln und mit dem Planten halt bestens bedient sind.

    In diesem Sinne, weiter so!

  13. das mit den drei Feeds bei dem uu Planet war mir bis jetzt auch neu

    ist evt auch etwas schwer zu finden, auf der Planet Seite selber sollte ein Link auf http://ubuntuusers.de/feeds/planet/ untergebracht werden

  14. Hallo Chrissss,

    feiner Artikel, wird die Jungs von UU bestimmt freuen! ­čśë

    Wenn die Arbeit wenig Zeit l├Ąsst, schaue ich mehrmals am Tag beim Planeten vorbei und vernachl├Ąssige den extra Reader mit ~20 Feeds, die ab und zu mal ├╝ber Linux/Ubuntu berichten. Bei UU.de ist man – zusammen mit Ikhaya – immer gut informiert.

    Und wenn Inyoka freigegeben wird, haben auch andere Communitys diese M├Âglichkeiten – das wird wirklich eine echte Bereicherung f├╝rs Web!

    LG,
    Turicon

  15. […]Krieg der PlanetenÔÇŽ ÔÇô nachtr├Ąglich eingef├╝gt[…]

  16. […]Krieg der PlanetenÔÇŽ ÔÇô nachtr├Ąglich eingef├╝gt[…]

    Hab mich zu der Thematik einfach schon vor ein paar Wochen ge├Ąu├čert… ­čśë

  17. Guten Tag,

    ich finde, du solltest dir durchaus mal vier Tabs ├Âffnen: ubuntu.com, uu.de, debian.org, debianforum.de

    M├Âglich, dass sich dir da v├Âllig neue Sichtweisen offenbaren.

  18. Pingback: dunkelangst.org » Feedreader auf dem Dashboard von WordPress?

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.