Vor gut einem Jahr hatte ich mir mit dem Samsung Galaxy eines der ersten Android-Handys geleistet, das nicht von HTC stammte. Nach anfänglicher Begeisterung stellte sich jedoch ziemlich schnell Ernüchterung ein. Das Galaxy hatte/hat einige Krankheiten, die selbst bis heute von Samsung nicht gelöst wurden. So war ich froh, dass O2 das Handy – wenn auch nach einigem Gerangel – aufgrund von Sachmängeln und fehlenden zugesicherten Eigenschaften wieder gegen eine vollständige Erstattung des Kaufpreises zurückgenommen hat. Tja, und jetzt? Jetzt habe ich mir wieder ein Galaxy (nein nicht das neue Galaxy S) zugelegt…
Warum also wieder ein Samsung Galaxy i7500? Das Hauptargument ist primär der Preis. Bei einem Neupreis von bald 500 Euro hätte ich mich maßlos über das Gerät geärgert, doch das Galaxy hat einen so schlechten Ruf, dass es das Gerät in gutem bis besten Zustand auf Ebay oft für 100 bis 120 Euro zu kaufen gibt (Laufende Auktionen zum Samsung Galaxy i7500, Beendete Auktionen). Nur das HTC Dream (auch bekannt als T-Mobile G1) wird noch günstiger gehandelt, doch dieses Gerät ist deutlich älter, hat ein schlechteres Display und kaum Speicher. Was macht das Galaxy nun doch zu einem brauchbaren Gerät?
8GB interner Speicher
Das Samsung Galaxy verfügt über einen internen Speicher von 8GB. So viel haben nicht einmal aktuelle Top-Geräte wie das HTC Desire oder das Nexus One. Rüstet man den Speicher noch mit einer passenden Micro SD-Karte auf, dann erhält man für wenig Geld ein Gerät mit riesigem Speicherplatz.

Der Speicher reicht dann locker für zahlreiche Anwendungen, Musik und Videos aus. Hacks, die Anwendungen auf eine zusätzliche Speicherkarte auslagern, sind somit beim Galaxy nicht nötig. Der eingebaute Speicher verträgt dann selbst dicke Brocken wie MapDroyd mit einer Europakarte locker.
Android 1.6 und Ausblick auf aktuelle Android-Versionen
Samsung hat das Galaxy in Deutschland immer noch nicht auf eine aktuellere Android-Version aktualisiert. Das Galaxy wurde mit Android 1.5 ausgeliefert und dabei wird es offiziell wohl auch für immer und ewig bleiben. Android 1.5 heißt, dass viele populäre Anwendungen (schmerzhaft ist besonders das Fehlen der Navi-Lösung von Google) für das Galaxy nicht verfügbar sind, da viele Apps mindestens Android 1.6 haben wollen. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Das Galaxy kostete anfangs 500 Euro, es war das Top-Gerät von Samsung zu dieser Zeit und es bekam von Anfang an von Samsung/O2 nur müde und lieblose Updates. Guter Kundenservice sieht anders aus.
Aber zum Glück gibt es eine Community rund um das Galaxy i7500. Besonders der französische Hacker Drakaz macht sich um das Galaxy sehr verdient. Er hat Android 1.6 auf das Galaxy portiert und zahlreiche Verbesserungen eingebaut, so dass Galaxo – so nennt sich sein ROM – deutlich flotter läuft als die von Samsung ausgelieferte „original“ Firmware.



Ich persönlich kann Galaxo für das i7500 wirklich empfehlen. Ein Wechsel der Firmware ist auch nicht soooooo aufwändig. Man benötigt nur ein USB-Kabel und einen Windows-Rechner (Das Flash-Programm Odin gibt es leider nur für Windows). Da auf android-hilfe.de zahlreiche exzellente Anleitungen existieren, verlinke ich nur auf diese. Bei Fragen wird im Forum von android-hilfe.de schnell und unkompliziert geholfen.
- Baseband auf I7500XEJC6 aktualisieren… Optional, bei mir beseitigte das Upgrade des Basebands spontane Neustarts.
- Galaxo 1.6.3.3 (mit Android 1.6) installieren… Das Vorgehen hört sich auf den ersten Blick kompliziert und aufwändig an, doch eigentlich sollte das Update in 30 Minuten zu machen sein.
- JIT-Hack anwenden… Optional, soll für weitere Verbesserung der Performance sorgen.
Und auch die Zukunft von Android auf dem Galaxy scheint gesichert. Drakaz arbeitet an der Portierung von Android 2.2 auf das Galaxy. Die Firmware nennt sich gaosp und steckt aktuell in der Alpha-Phase. Noch hat das Projekt ein paar Aufgaben zu lösen, vor allem die Portierung der Treiber für die eingebaute Kamera scheint problematisch zu sein, doch das Projekt macht von Version zu Version große Fortschritte. Drakaz hat von der ersten Alpha von Android 2.2 auf dem Galaxy ein Video erstellt…
Was ist schlecht?
Ein paar Dinge lassen sich leider nicht über Software-Updates lösen. So klemmt die auf der rechten Seite des Handys angebrachte Kamera-Taste gerne mal ein bisschen im Gehäuse fest, so dass man sie mit dem Fingernagel „herausziehen“ muss. Und auch die Akku-Laufzeit lässt sich nicht wirklich verbessern. Meist komme ich nicht über 1,5 Tage Betriebszeit. Doch an dieser Krankheit leiden praktisch alle Smartphones. Des Weiteren gibt es so gut wie kein passendes Zubehör für das Gerät. Ladeschale, KFZ-Halterung,… Fehlanzeige.
Fazit
Mit dem Galaxy bekommt man (gebraucht) ein günstiges Android-Smartphone mit einigen Stärken, aber auch ein paar Schwächen. Ich denke, dass das Galaxy für alle geeignet ist, die auf den Android-Zug aufspringen wollen, ohne dabei viel Geld auszugeben.




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