Nach etlichen Telefonaten mit den Hotlines von O2 und Samsung und einem gesalzenem Brief, hat O2 nun endlich in eine Wandlung des Kaufvertrages eingewilligt, seit einigen Tagen ist das Galaxy auf dem Weg zurück zu O2 und ich stehe wieder mit einem alten Siemens S55 da…
Die Gründe für die Rückgabe liegen an den nicht eingehaltenen Werberversprechen von O2. Ursprünglich hat O2 von „extra langen Laufzeiten“, „Datenaustausch via Bluetooth“ und „Tethering“ in seinen Werbeprospekten gesprochen. Bei allen drei Punkten ist dies nicht die Wahrheit. Akkulaufzeiten von max. rund 1,5 Tagen sind nicht extra lang. Der Versand von Daten über Bluetooth ist mit Android bis dato nicht möglich und Tethering wurde durch ein Update von Samsung zwischenzeitlich blockiert…
Mich als Käufer hat O2 leider ziemlich im Regen stehen lassen. Erst schickt man mich von der Hotline in den Shop, vom Shop verweist man auf die Hotline und diese erklärt sich endgültig für nicht zuständig, ich solle mich doch an den Hersteller wenden, O2 sei nur der Händler… Naja, die Odysee habe ich unter Die Werbelügen der Handyanbieter am Fall Samsung Galaxy und O2 zusammengefasst.
Nach wie vor behaupte ich dass die Hersteller mobiler Geräte, ganz speziell von Handys, den Käufer bewusst in die Irre führen. Wenn die Hersteller eine maximale Standbyzeit von 450 Stunden versprechen, das Gerät des Kunden jedoch nach nicht einmal 36h wieder an der Leine hängt, dann ist das kein normales Verhalten, so wie der O2 Kundendienst behauptet…

Nachdem ich das Gerät nun los bin, ist es Zeit ein bisschen auf das Galaxy zurückzublicken. Was ist gut was ist schlecht? Da ich eher mit dem Gerät Samsung Galaxy unzufrieden bin, als mit dem Betriebsystem Android splitte ich den Rückklick auf.
Samsung Galaxy
Pro
Format: Die Größe des Galaxys ist mit 115 x 56 x 11,9 mm und 114g noch „Hosentaschen“-Kompatibel. Das iPhone 3GS (115,5 x 62,1x 12,3 mm, 135 Gramm) oder das HTC G1 (117,7 x 55.7 mm x 17.1 mm, 158 Gramm) sind deutlich größer bzw. schwerer.
Verarbeitung: Die Verarbeitung des Galaxys ist wirklich gut. Nichts klappert, nichts knarzt. Einzig die Kammerataste ist bei den ersten ausgelieferten Geräten, extrem schlecht. Sie blieb bei meinem Gerät öfters hängen, so dass die Menütasten blockiert waren und ich keine Bilder mehr machen konnte. Angeblich tritt das Problem bei neueren Geräten nicht auf.
Contra
Akkulaufzeit: Wie eingangs erwähnt habe ich persönlich nie mehr als 1,5 Tage Laufzeit aus dem Akku des Galaxys quetschen können. Spezialisten schalten den Datensync, 3G, etc ab. und kommen je nach berichten auf 2-3 Tage. Doch, ich persönlich sehe dann keinen Sinn darin ein „Always Online“-Handy zu besitzen. Mit dieser mangelhaften Akkulaufzeit steht das Galaxy wohl nicht alleine da. Besitzer des G1 oder iPhone berichten über ähnliche Laufzeiten. Der Energiehunger der zahlreichen Funktionen läuft den Akkuherstellern wohl davon.
Updates OTA nicht möglich: Das war eine böse Überraschung. Bei den zwei ersten Android-Geräten (G1 und G2 von HTC) wurden Updates des Systems „Over the air“, also über die Datenleitung des Handys installiert. Beim Samsung Galaxy braucht es zwingend Microsoft Windows und die von Samsung mitgelieferte Software „New PC Studio“. Zwar hat die Community rund um das Gerät alternativen Methoden entwickelt, doch offiziell führt kein Weg am NPS vorbei. Die Anwendung gehört so ziemlich zum hässlichsten was Oberflächen-Designer sich erdenken können, dazu berichten viele Anwender immer wieder, dass NPS das Galaxy nicht finden kann…
Nerviges Branding von O2: Beim letzten Update der Firmware hat O2 eine völlig sinnlose Applikation wie auch nervige Bookmarks eingebaut. Die Applikation macht nichts anderes als den Browser mit der O2 Seite zu öffnen und die Bookmarks müssen von Hand gelöscht werden. Liebe O2: Besser gar kein Branding, als solch ein liebloses Branding nachträglich einpflegen.
USB-Anschluss: Eigentlich ist der standardisierte Mikro-USB Anschluss ein Vorteil. Somit braucht es keine speziellen Ladegeräte oder Datenkabel. Der Haken an der Sache ist jedoch, dass Samsung den Anschluss oben hinter eine Klappe angebracht hat. Der Klappe gebe ich kein Jahr bis sie abfällt und eine Ladestation ist dank des Anschlusses oben nicht möglich. Ebenso sollte man bedenken, dass es für das iPhone eine qantastillionen sinniger und unsinniger Zubehör-Produkte gibt. Diese Vielzahl wird es für Android-Geräte wohl nie geben, da hier jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht.
Android
Pro
Anwendungen: Im Market finden sich mittlerweile recht viele Software-Schätze. Viele davon sind kostenlos, leider nur wenige Programme sind Open-Source. Kostenpflichtige Programme habe ich nicht gekauft, da ich recht sicher war, dass ich das Gerät nicht behalten möchte. Gerne hätte ich ein KFZ-Navi Programm ausprobiert.
Sync mit Desktop: Die Synchronisation von Kontakten und Terminen eines Handys mit dem Linux-Desktop ist leider nach wie vor ein trauriges Kapitel. Dank der offenen APIs der Google Cloud klappt das mit Ubuntu und GNOME jedoch mit dem Android recht gut.
Android macht Spass: Anders kann ich es nicht umschreiben. Die Welt rund um Android lebt und jeden Tag kann man neues entdecken.
Contra
Nichts?!? So sehr ich auch überlege, Missfallen hat mir an Android selber eigentlich nichts. Klar gibts hier und da mal eine kleine Schwachstelle, doch die meisten lassen sich durch die eine oder andere Anwendung aus dem Market beseitigen. Eine bessere Software-Tastatur findet man in TouchPal, oder Toggle Settings um schnell Einstellungen ändern zu können.
Unglücklich scheinen nur Bestrebungen zu sein den Market ähnlich wie beim iPhone zu reglementieren, so hat T-Online in den USA offenbar alle Anwendungen aus dem Market entfernen lassen, über die Tethering – also das Nutzen der Datenverbindung des Handys über einen angeschlossenen Computer – möglich war. Auch beim Samsung Galaxy verschwanden immer wieder Anwendungen aus dem Market…
Was nun?
Das Galaxy hat mich definitiv angefixt! Jahrelang habe ich kein Interesse an Smart-Phones gehabt. Einmal habe ich ein Windows-Mobile Gerät (HTC Neo) ausprobiert und die Investition schwer bereut. Die alten Windows-Mobile Versionen waren völliger Schrott, die aktuelle scheint nicht besser zu sein. Das iPhone ist und bleibt zu sehr verbaut, bleiben nur noch Palm Pre, Nokia N900 und andere Androiden übrig. Mal sehen was die nächsten Monate bringen…




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