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Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Löscht man eine Datei oder einen Ordner in der Shell mittels rm, dann ist diese(r) für immer Geschichte. Das Wiederherstellen von Daten von mit ext3/4 und Co. formatierten Platten ist meist recht aufwändig. Nicht ohne Grund gibt es daher in den großen Desktopumgebungen Mülleimer, aus denen sich heraus gelöschte Dateien ohne große Probleme Wiederherstellen lassen. Wer öfters mal im Terminal arbeitet, der kann mit dem Paket trash-cli den ganz normalen Müll der Desktopumgebung (egal ob GNOME, KDE oder Xfce) auch aus der Shell heraus verwenden.

Um den „Desktop-Müll“ aus dem Terminal heraus zu verwenden müsst Ihr das Paket trash-cli installieren. In Debian und Ubuntu findet Ihr trash-cli in den Paketquellen. Ich denke dass sich das Paket auch bei Fedora und OpenSUSE finden lassen müsste…

$ sudo apt-get install trash-cli

Nach der Installation des Pakets seid Ihr eigentlich schon fertig. Anstatt rm könnt Ihr nun trash zum Löschen einer Datei und/oder von Verzeichnissen verwenden. Weitere Befehle listen den Inhalt des Mülls auf oder stellen gelöschte Dateien wieder her.

# Ein paar Dateien erzeugen...
$ touch example1.txt example2.txt example3.txt

# Ab in den Müll damit...
$ trash example1.txt example2.txt

# Müll auflisten lassen...
$ list-trash
2010-07-30 23:00:54 /home/foo/tmp/test_trash/example2.txt
2010-07-30 23:00:54 /home/foo/tmp/test_trash/example1.txt

# Datei wiederherstellen...
$ restore-trash 
   0 2010-07-30 23:00:54 /home/foo/tmp/test_trash/example2.txt
   1 2010-07-30 23:00:54 /home/foo/tmp/test_trash/example1.txt
What file to restore [0..1]: 1

# Ist sie auch wirklich da...
$ ls
example1.txt  example3.txt

Nach dem Löschen einer Datei mittels trash findet Ihr sie in eurem Mülleimer wieder. Generell würde ich persönlich trash nur dann Verwenden, wenn ich Daten aus meinem Homeverzeichnis heraus lösche. Bei einem sudo trash /usr/foo/… landen Dateien im Müll, zu denen man gar keine Rechte hat…

Gelöschte Dateien landen im Müll

Von daher würde ich persönlich auch rm nicht über ein Alias ersetzen, sondern rm noch in seiner ursprünglichen Funktion erhalten. Nicht dass man irgendwann eine „böse“ Überraschung erlebt.

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