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Privatsphäre und Datensicherheit ist gerade unter Linux-Anwendern ein immer wieder gerne diskutiertes Thema. Besonders beim Thema Verschlüsselung von Daten ergeben sich gerne nicht mehr endende Diskussionen. Ich gieße mal wieder ein bisschen Öl ins Feuer…

Seit Ubuntu “Intrepid Ibex” 8.10 gibt es die Option ein Verzeichnis im Home-Verzeichnis eines jeden Benutzers zu verschlüsseln. Seit Ubuntu “Jaunty Jackalope” 9.04 kann das Home-Verzeichnis des Benutzers komplett verschlüsselt werden. Diese Optionen werden recht gerne benutzt, weil sie einfach und bequem Daten auf der Platte verschlüsseln können, und sie so vor Zugriff von Dritten schützen können. Aber ist das auch wirklich sicher? Kann niemand mehr auf die Daten zugreifen?

Der Sicherheitsspezialist Jacob Appelbaum hat schon auf dem 22C3 des CCC Ende 2005 im Vortrag A discussion about modern disk encryption systems Kommentatoren belächelt (~00:18:00 des Vortrags), die nur ihr Homeverzeichnis verschlüsseln. Und die Situation hat sich bis heute nicht geändert…

Ich kann Euch nur empfehlen diesen 50-minütigen Vortrag einmal anzuhören oder zu sehen, ein Video ist unter dem “More information…”-Link zu finden. [UPDATE] Oder auf einfach auf CCC-TV vorbeischauen. [/UPDATE]

Die große Schwachstelle an diesem Konzept ist die SWAP-Partition. Ist diese Partition nicht verschlüsselt, so können private Daten ohne großen Aufwand ausgelesen werden! Manch einer wird sagen: “Ist ja nicht schlimm, ich hab X GB RAM, Swap wird sowieso nie benutzt, außerdem findet man da ja nur Chaos und keine kompletten Dateien”. Ich rate dagegen die Probe aufs Exempel zu machen. Schaut nach wo Eure Swap-Partition liegt…

$ sudo fdisk -l | grep Swap
/dev/sda2  1021  1236  1735020  82  Linux Swap / Solaris

…und schaut Euch den Inhalt Eurer Swap-Partition an. Ich suche einfach mal nach Strings mit meinem Namen…

$ sudo strings /dev/sda2 | grep Christoph | more

So kommen Kontakte, Bookmarks, Browserinformationen usw. zu Tage. Selbst Informationen, die ich eher nicht gerne preisgeben würde, konnte ich in fünf Minuten Sucherei finden. Des weiteren darf man nicht vergessen, dass bei Suspend-To-Disk der gesamte Inhalt des Speichers auf die Festplatte geschrieben wird. Eine Schatzgrube für jemanden mit Sachkenntnis, denn mit dem Speicherinhalt wird auch der Schlüssel zu $HOME auf die Platte geschrieben.

Die nächste Version von Ubuntu “Karmic Koala” 9.10 greift das Thema auf und soll wohl die Möglichkeit anbieten auch SWAP zu verschlüsseln. Doch was ist mit /tmp, mit /var/log oder /var/spool? Überall werden Daten auf die Festplatte geschrieben, die selbst bei verschlüsselten $HOME und SWAP persönliche Daten beinhalten könnten.

In meinen Augen geht besonders bei mobilen Geräten kein Weg an einer Vollverschlüsselung des Systems vorbei. Installiert man Ubuntu mit der Alternate-CD so geht dies recht leicht von der Hand. Auch Debian bietet entsprechendes an… Man weiß ja nie was passiert, wenn das eigene Laptop geklaut oder verloren geht.

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