Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

virtualbox-ubuntu-trusty

Ubuntu 14.04 “Trusty Tahr” als VirtualBox grottenlahm? Aktiviert die 3D-Beschleunigung!

| 8 Kommentare

Es gibt ja nicht wenige Linux-User, die eine neue Distribution erst einmal in einer virtuelle Maschine ausprobieren. So lassen sich die Eigenarten schnell austesten und vielleicht erspart man sich dort erstmal einen Wechsel. Wer jedoch das gerade neu veröffentlichte Ubuntu 14.04 “Trusty Tahr” in einer VirtualBox-VM ausprobiert, der wird schnell enttäuscht sein. Nach Installation der VirtualBox-Gasterweiterungen schneckt das virtuelle System vor sich hin. Doch mit den richtigen Einstellungen lässt sich Trusty auch in der VirtualBox dampf unter dem Hintern machen.

Nach der Installation von Ubuntu 14.04 in der VirtualBox werden die meisten wohl als erstes die VirtualBox-Gasterweiterungen installieren, so dass sich die Auflösung der VM — im Endeffekt als die Fenstergröße des virtualisierten Systems — anpassen lässt. Dies kann man von Hand machen, oder auch bequem über die Paketverwaltung. Für eine “Feld-Wald-und-Wiesen”-VM bervorzuge ich diese Lösung.

$ sudo apt-get install virtualbox-guest-x11

Nach einem Neustart der Trusty-VM lässt sich das VirtualBox-Fenster wie gewünscht skalieren, doch der Bildaufbau ist selbst auf meinem Core i5 @ 2,7 GHz unerträglich langsam. Der Grund dafür liegt Ubuntus Unity-Umgebung. Sie nutzt auch ohne aktivierte 3D-Beschleunigung den Compositor Compiz, der bei Ubuntu für die Desktopeffekte verantwortlich.

Ohne 3D-Beschleunigung überlässt Unity dem Prozessor den Bildaufbau.

Ohne 3D-Beschleunigung überlässt Unity dem Prozessor den Bildaufbau.

Ohne 3D-Beschleunigung darf allerdings die CPU sich mit dem Zeichnen des Desktops abmühen. Das klappt mit halbwegs modernen VirtualBox-Versionen, allerdings eben nicht gerade schnell. Dirk hat ein schönes Kommando ausgegraben, mit dem sich der Status des Unity-Desktops überprüfen lässt. Das VirtualBox-Trusty meldet üblicherweise folgende Mängel:

$ /usr/lib/nux/unity_support_test -p
[...]
Not software rendered:    no
[...]
Unity 3D supported:       no

Fahrt daher nun euer virtuelles Ubuntu 14.04 herunter und öffnet die Einstellungen eurer Ubuntu-14.04-VM. Unter “Anzeige” findet ihr die Option “3D-Beschleunigung” aktivieren, setzt den Haken und startet eure Trusty-VM wieder. Ubuntu sollte die VirtualBox-3D-Beschleunigung umgehend erkennen und die Grafik deutlich flotter darstellen. Unity sollte nun auch Hardwarenbeschleunigung melden.

$ /usr/lib/nux/unity_support_test -p
[...]
Not software rendered:    yes
[...]
Unity 3D supported:       yes

Das VirtualBox-Kernelmodul “vboxvideo” von Hand in die “/etc/modules” einzutragen — so wie Dirk es in seinem Beitrag vorschlägt — ist in meinen Augen nicht notwendig, zumindest wenn man die Gasterweiterungen über die Paketverwaltung einspielt. Der Xserver zieht das Kernelmodul eigentlich immer auch automatisch beim Start an, so dass sich der manuelle Eintrag eigentlich erübrigen sollte.

Die 3D-Beschleunigung muss man von Hand in VirtualBox aktivieren.

Die 3D-Beschleunigung muss man von Hand in VirtualBox aktivieren.

Mit aktivierter 3D-Beschleunigung läuft Ubuntu 14.04 auch in der VirtualBox rund.

Mit aktivierter 3D-Beschleunigung läuft Ubuntu 14.04 auch in der VirtualBox rund.

Anschließend sollte die durch die Grafikkarte aus Fleisch und Blut beschleunigte Grafikdarstellung eures VirtualBox-Ubuntus eigentlich so schnell sein, dass ihr sogar auch 3D-Spiele in der VirtualBox laufen lassen könnt. Mit einem virtuellen Compiz ist die 3D-Darstellung der VirtualBox schon fast unterfordert ;)

Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

8 Kommentare

  1. So ein großer Artikel mit Screenshots für den simplen Klick auf “Enable 3D Acceleration”, was man beim Durchgehen der Settings einer neuen VM ohnehin automatisch setzt, erst recht logischerweise bei 3D-Desktops?

    • So logisch finde ich das nicht. Ubuntu 14.04 ist für mich die erste Distro, die unter VirtualBox nicht out-of-the-box mit Standardeinstellungen brauchbar funktioniert. Viele Trusty-Tester werden über diesen Punkt stolpern. Grüße, Christoph.

  2. Danke für den Tipp, auf die Idee bin uch gar nicht gekommen. Hatte moch schon geärgert. Trotzdem ist Ubuntu in der VM einfach lahm. Mein Arch ist in der Vbox einfach deutlich, aber wirklich deutlich schneller.

  3. Danke für den Artikel!

  4. Es scheint da ein echtes Problem bei Virtualbox zu geben. Bei mir wird alles wie oben angezeigt, dennoch ist es ziemlich langsam. Ticket dazu ist hier: https://www.virtualbox.org/ticket/12941

    • Hi Giovanni, interessant. Danke für den Link. Aber ich finde auch schon Ubuntu 12.04 deutlich langsamer in einer VM, als etwa ein Fedora oder Arch. Ubuntu, VirtualBox und ich, werden keine Freunde ;)

  5. Danke für den Tipp. Ich habe bis dato nur die Live-Systeme getestet. VirtualBox hatte ich erst einmal laufen mit mäßigem Erfolg. Nun habe ich seit langer Zeit mal Ubuntu 14.04 aus Spaß an der Freude in der VB angetestet. Ohne das gesetzte Häkchen hätte ich das Ganze bestimmt wieder schnell gelassen und die VirtualBox runter geworfen.

Hinterlasse eine Antwort

Auf Linux und Ich darf anonym kommentiert werden. Die Felder für Name und E-Mail-Adresse dürfen beim Eintragen eures Kommentars leer bleiben. Ich freue mich aber über jeden Kommentar, zu dem der Autor mit seinem Namen steht.