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Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Aktuelle Android-Phones wie das HTC Desire sind auch mit ihrer vom Hersteller ausgelieferten Firmware meist recht brauchbar. Doch ohne Root-Rechte stößt man immer wieder an Grenzen, die recht schnell nervig werden. So sind etwa Screenshots vom Gerät nur mit einem Aufwand möglich. Anwendungen wie PicMe oder ShootMe brauchen ein Gerät, auf dem man Root-Rechte erlangen kann. Dank der wunderbaren Software unrevoked geht das unter allen gängigen Betriebssystemen kurz und schmerzlos, doch mit einem 64-Bit Ubuntu muss man leider noch ein bisschen mehr Aufwand betreiben.

Prinzipiell unterscheidet sich der Vorgang auf einem 64-Bit Ubuntu nicht von dem auf einem „normalen“ 32-Bittigen System. Allerdings muss man auf einem 64-Bit System eine 32-Bit Bibliothek nachinstallieren. Der Aufwand dafür hält sich jedoch in Grenzen, dazu später mehr. Jetzt erstmal die „Installation“ von unrevoked… Holt euch in einem ersten Schritt unrevoked für Linux von der Homepage des Projekts und speichert das Archiv etwa auf dem Desktop ab. Öffnet ein Terminal mit dem passenden Verzeichnis, entpackt das Archiv und macht das reflash-Programm ausführbar.

$ tar -xzf reflash.tar.gz
$ chmod +x reflash

Wenn Ihr nun das Programm auf einem 64-Bit Ubuntu ausführt, so bekommt startet das Programm zwar, doch es wird euer Android-Gerät nicht finden. Im Terminal seht Ihr Meldungen wie…

$ sudo ./reflash 
[...]
/usr/lib/gio/modules/libgvfsdbus.so: wrong ELF class: ELFCLASS64
Failed to load module: /usr/lib/gio/modules/libgvfsdbus.so

…dies liegt daran, dass die 32-Bit Anwendung nur unpassende 64-Bit Bibliotheken vorfindet. Die Lösung für dieses Problemchen liegt daran, dass Ihr dem Programm die passende 32-Bit Bibliothek nachreicht. Ihr könntet das von Hand machen, was jedoch einige Arbeit erfordert. Leichter geht es mit dem Skript getlibs, über das ich vor einigen Jahren schon einmal gebloggt habe und das ich schon lange nicht mehr benutzen musste. Das Skript gibt es im PPA von Jamin W. Collins, über das Ihr getlibs mittels der Kommandos…

$ sudo add-apt-repository ppa:jcollins/jaminppa
$ sudo apt-get update && sudo apt-get install getlibs

…installieren könntet. Ich persönlich würde die .deb-Datei jedoch einfach von Hand aus dem PPA laden und über das Software-Center bzw. gdebi installieren. Der Hintergrund ist der, dass das PPA mehr als nur getlibs beinhaltet. Öffnet daher alternativ das PPA im Browser, sucht euch eure Ubuntu-Version heraus [1], klappt die Details zum getlibs-Paket aus [2] und ladet dann die deb-Datei auf euren Desktop herunter [3]. Über einen Doppelklick auf die heruntergeladene Datei ist getlibs dann ebenso schnell installiert.

Getlibs von Hand herunterladen

Danach könnt Ihr getlibs die fehlende 32-Bit Bibliothek installieren lassen. In der obigen Fehlermeldung seht ihr, dass die Bibliothek „libgvfsdbus.so“ angemeckert wird. Schmeißt getlibs daher mit dieser Bibliothek als Option an…

$ sudo getlibs libgvfsdbus.so
libgvfsdbus.so: gvfs
The following i386 packages will be installed:
gvfs
Continue [Y/n]? y
Downloading ...
Installing libraries ...

Nun seid Ihr fertig und quasi auf dem selben Stand wie Leute mit ein 32-Bit Ubuntu und könnt mit dem eigentlich Rooten eures Desires (oder der anderen unterstützten Geräte von unrevoked) fortfahren.

Aktiviert dazu nun in eurem Androiden die Option „USB-Debugging“ unter „Einstellungen -> Anwendungen -> Entwicklung“ und verbindet das Gerät über ein USB-Kabel mit eurem Rechner.

USB-Debugging aktivieren

Startet jetzt wieder reflash über

sudo ./reflash

und aktiviert im Gerät die USB-Verbindung. unrevoked sollte nach wenigen Momenten euer Gerät erkennen und Anbieten mit dem Root-Vorgang zu beginnen.

Unrevoked in Aktion

Es kann gut sein, dass Ihr weiterhin im Terminal die Fehlermeldungen bzgl. der falschen Architektur bekommt, doch diese könnt Ihr ignorieren. Eigentlich sollte alles klappen.

Nach einer ganzen Reihe von Neustarts und ein paar Minuten warten, sollte euer Android nun wieder ins System starten. Überprüft ob Ihr in den Anwendungen nun einen Eintrag „Superuser Genehmigungen“ habt. Ist dieser da, dann sollte das Rooten eures Androids geklappt haben.

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