Google Chrome hat es vorgemacht, Firefox zieht bald nach. Browser mit eingebautem Modus zum „Privaten Surfen“ – böse Zungen sagen dazu Porn-Mode… – sind derzeit sexy. Fans des Firefox müssen dazu jedoch nicht warten, bis Mozilla den Firefox 3.5 herausbringt, der Browser kann das schon jetzt. Allerdings muss man ein bisschen selber Hand anlegen. (Wer die schlüpfrigen Anspielungen findet, darf sie behalten 😉 )
Was ist zu tun? Firefox kann mehrere Profile benutzen und bringt von Haus aus einen Profilmanager mit, den man jedoch selten zu Gesicht bekommt. Man kann ihn beispielsweise über ein Terminal und den Befehl firefox -P starten. Im Manager sieht man jetzt das von Haus aus angelegte Profil „default“. Hier legt man jetzt ein neues Profil an, ich nenne meines „anonymous“.

Der Name ist egal, man sollte ihn sich jedoch merken (und in den genannten Befehlen auch bitte austauschen), da er später noch einmal benötigt wird. Nun sollte man alle bereits geöffneten Fenster von Firefox schließen – sonst kann das neue Profil nicht geladen werden – und entweder direkt über den Profil-Manager oder über
$ firefox -P anonymousdas neue Firefox-Profil starten. Hier kann man sich das zweite Profil nach seinen Wünschen einrichten. Bzgl. der Privatsphäre würde ich zumindest folgende Einstellungen vornehmen…
- Java und JavaScript unter Bearbeiten | Einstellungen | Inhalt deaktivieren.
- Das Speichern der Chronik und von Cookies unter Bearbeiten | Einstellungen | Datenschutz abstellen bzw. Cookies nach Beenden des Browsers löschen lassen.
- Auf addons.mozilla.org gibt es für das Schlagwort „Privacy“ noch zig Erweiterungen. Wer will, kann ja noch etwas in dieser Richtung installieren.
Als kleinen Tipp am Rande möchte ich noch die Erweiterung Personas erwähnen, die Onli neulich vorgestellt hat. Mit ihr kann man dem zweiten Profil noch ein individuelles Aussehen verpassen, so dass man sofort erkennen kann „mit was“ man surft… Von nun an kann man bei Bedarf die zweite Instanz des Browsers über den Befehl
$ firefox -P anonymous -no-remotestarten. Beide Browserfenster existieren dann friedlich nebeneinander und beide Profile sind sauber voneinander getrennt. Schließt man den anonymen Firefox, so werden die dort gesammelten Daten gelöscht, ohne dass man die History und Cookies aus seinem „richtigen“ Firefox verliert.

Letztendlich gilt es das Starten des Browsers etwas einfacher zu gestalten. Man will ja nicht andauernd das Terminal dazu bemühen. Natürlich kann man sich in GNOME einen eigenen Eintrag in die Menüs für den „anonymen Firefox“ anlegen.

Dazu öffnet man den Menüeditor über einen Rechtsklick auf das Menü Anwendungen | Orte | System im Panel und klickt auf Menüs bearbeiten. Im Abschnitt Internet legt man nun dann einen neuen Eintrag an. Als Befehl benutzt man wieder $ firefox -P anonymous -no-remote und als Icon bspw diese abgedunkelte Version des Firefox-Logos. So, viel Spaß mit dem anonymen Firefox.
Noch einen Hinweis: Man müsste den Starteintrag von Firefox auch noch ändern. Startet man bspw. den anonymen Firefox und dann erst die „richtige“ Version, so öffnet man nur ein zweites Fenster des anonymen Firefox. Wer das also perfektionieren will, der muss noch ein bisschen mehr an den Menüs basteln. Mir „reicht“ diese Integration, da ich meinen AnonFox eher selten starte.






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