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Mittwald: Webhosting. Einfach intelligent.

Seit einiger Zeit läuft auf einem meiner kleinen Raspberry Pis das XBMC-Mediacenter auf Basis von Openelec. Was bei den drei Projekten geleistet wurde, verschlägt mir ehrlich gesagt die Sprache. Die nur 700 MHz schnelle Mini-Platine ist ein absolut vollwertiger Multimedia-PC, der so gut wie keinen Strom schluckt und so gut wie alles kann. OK, Live-Encoding, Time-Shifting und Co. sind natürlich ein bisschen viel. Aber wer Videos im Netz auf einem NAS liegen hat oder ab und an mal ein Video aus einer Mediathek auf dem großen — aber noch nicht smarten TV — abspielen möchte, der braucht definitiv nicht „mehr“. Ein Raspberry Pi als Media-Center ist eine absolut alltagstaugliche Lösung. Punkt (Ich muss endlich mal ein bisschen Zeit finden auch darüber zu bloggen…). Der per Indiegogo (wie Kickstarter, nur aber auch in Deutschland aktiv) finanzierte kleine HDMI-Stick basiert auf der selben Technik wie der Raspberry Pi, kommt aber komplett aufgebaut zu euch.

Wenn man sich einen Raspberry Pi* kauft (~40 Euro), dann kommt erstmal die nackte Platine nach Hause. Damit der Pi läuft, braucht es eine möglichst schnelle Class10 SD-Speicherkarte* (~15 Euro), ein USB-Netzteil* (~5-10 Euro), ein Mikro-HDMI-Kabel* (~5 Euro) und wenn man via WLAN ins Netz will auch noch einen unter Linux lauffähigen USB-WLAN-Adapter* (~10 Euro). Ein passendes Gehäuse* (~10 Euro) darf natürlich auch nicht fehlen, schliesslich soll der Raspi ja nicht schutzlos Staub und Schmutz ausgeliefert sein und eventuell schlagen die Lizenzgebühren für die MPEG-2/VC-1 Codecs noch einmal mit drei Euro extra zu.

Die auf USB-Stick-Größe geschrumpfte Platine des Nighthawks.
Die auf USB-Stick-Größe geschrumpfte Platine des Nighthawks.

Hat man die nötigen Komponenten nicht sowieso in einer Grabbelkiste zuhause, kommt man schnell auf etwa 85 Euro Gesamtkosten für einen komplett einsatzfähigen Raspberry Pi. Das ist natürlich keine stolze Summe und der Raspi lässt sich für so viele andere Dinge benutzen, aber durch das Zubehör kann sich der Preis eben knapp verdoppeln. Hinter dem Fernseher darf man sich zudem auch auf zusätzliche Kabelage freuen, schliesslich will der Raspi ja ans Netz, an den Strom und an den Fernseher.

Der Nighthawk F117A (hier das Blog zum Projekt) basiert wie der Raspberry Pi auf dem Broadcom BCM2835 als CPU und einem Broadcom Video Core IV als GPU. Wie der aktuelle Raspi  hat auch der Nighthawk 512 MByte RAM und einen SDHC-Micro-SD-Kartenslot für Karten mit bis zu 32 GByte Speicher. Der Bauform als Stick geschuldet ist das Fehlen eines zweiten USB-Ports und des LAN-Netzwerkanschlusses, dafür hat der Nighthawk aber eben gleich WLAN mit an Bord. Laut der FAQ läuft aufgrund der identischen Basis jede für den Raspi gedachte Distribution (wie eben Raspbian und eben auch Raspbmc oder Openelec). Die selbstständige Installation eines OS ist aber kein Muss, auf der Speicherkarte wird von Haus aus ein „XBMC Lunix O.S“ — für was auch immer der Vertipper stehen mag — mit ausgeliefert. Wer möchte schliesst den Nighthawk an und gut ist.

Finanziert wird die Entwicklung und Produktion über ein Indiegogo-Projekt. Der Mindestbetrag für Backer liegt bei — in meinen Augen sehr fairen — 59 US-Dollar. Dafür bekommt man einen Nighthawk zusammen mit einer 4 GByte grossen Speicherkarte. Mehr Platz braucht man im Normalfall nicht (wenn die Video-Daten über das Netz geladen werden sollen) und ein altes Handy-Netzteil lässt sich meist sowieso irgendwo finden. Mit 44 Euro ist der Nighthawk also ein absolutes Raspberry-Schnäppchen — solange die Finanzierung letztendlich überhaupt zusammenkommt. Aktuell sind gerade einmal etwas über die 4.000 von den angezielten 40.000 Euro zusammengekommen.

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