Auf der Suche nach interessanten Anwendungen rund um XBMC, Raspberry Pi und OpenElec bin ich über die Root-App AirAudio gestolpert, die für Android-User mit einem XBMC-Setup (oder auch anderen AirPlay-kompatiblen Geräten) sicherlich sehr interessant sein könnte. Generell ist es ja kein Problem Musik oder Videos vom Handy auf eine Stereoanlage oder ein TV-Gerät zu streamen. Bluetooth, DLNA und Co. machen den Weg dazu frei, allerdings eben nur bei Apps, die das auch unterstützen. AirAudio nimmt sich dem Thema an und streamt via AirPlay den kompletten Sound des Handys zur Anlage.
Möchtet ihr nun zum Beispiel YouTube-Sounds oder gar Google Music auf die Stereoanlage streamen, dann geht das nicht direkt aus den jeweiligen Apps heraus. Google Music kennt bisher überhaupt keine Stream-Option. Hier kommt nun aber AirAudio ins Spiel: Die App klinkt sich als Audio-Treiber mit Root-Rechten direkt in das Android-System ein und streamt die komplette Audio-Ausgabe über das Netzwerk via AirPlay auf entsprechend kompatible AirPlay-Boxen* oder auch zu einem Raspberry Pi mit XBMC.
Linuxer können sich mit Shairplay oder ShairPort entsprechende Server auf ihrem Linux-Rechner einrichten. Möchtet ihr den Sound auf einen anderen Androiden streamen, dann bietet sich AirBubble als AirPlay-Server für Android an. Und wer schon länger in der Apple-Welt zuhause ist, hat vielleicht sowieso bereits ein Apple TV-Modul oder einen Apple AirPort Express an seiner Anlage hängen.
Nach dem Start von AirAudio scannt die App euer Netzwerk und sucht Geräte heraus, an die AirAudio den Sound weiterleiten kann. Mein Raspberry Pi mit XBMC in Form von OpenELEC wurde umgehend als möglich Option erkannt. Tippt ihr auf das Gerät, verbindet sich AirAudio automatisch und XBMC empfängt das Audio-Signal als Musikstream. Auf dem TV wird dann zum Beispiel ein 3D-Equalizer eingespielt.
Spielt ihr nun irgendwas auf dem Handy ab, egal ob Musik von Google Music oder ein YouTube-Video, landet der Ton mit einer Verzögerung von etwa einer viertel bis halben Sekunde auf dem Fernseher bzw. eurer Anlage. Die Audio-Qualität könnt ihr per Schieberegler anpassen, auf meinem Galaxy Nexus kann ich den Regler auf die bestmögliche Qualität setzen.
Bei den meisten gerooteten Androiden dürfte das Übertragen des System-Audios auf Anhieb funktionieren, falls nicht könnt ihr aus der App heraus wenigstens den Mikro-Eingang übertragen lassen. Theoretisch greift das Mikro so den vom Handy abgespielten Ton wieder auf, in der Praxis dient das Ding in diesem Betriebsmodus aber eher als Karaoke-Mikrofon mit massiver Verzögerung.


Im Play Store wird AirAudio als „kostenlose“ App geführt, allerdings wird bei dieser Demo-Version die Audio-Qualität mit Absicht verfälscht. Wer sauberen Sound haben möchte, muss per In-App-Kauf knapp recht happige fünf Euro für die Vollversion berappen. Bei dem wahrscheinlich aber recht geringen Käuferkreis, dürfte der Preis angemessen erscheinen.





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