Wie schon hier beschrieben, kann man das Netzwerk vieler Universitäten nur über ein VPN betreten. Dazu kommt üblicherweise der proprietäre VPN-Client von Cisco zum Einsatz. Es gibt jedoch mit vpnc eine freie Alternative zu diesem Programm. Es ist in vielen Distributionen schon enthalten, doch leider meist nicht in der aktuellen Version, die nötig wäre, um in das VPN von z. B. der Universität Karlsruhe zu gelangen…
UPDATE: Dieser Artikel ist veraltet! Sollten Sie über eine Internetsuche auf diesen Artikel gestoßen sein, so schauen Sie sich bitte besser den Artikel VPN der Uni-Karlsruhe mit vpnc (überarbeitet)… an. Dieser enthält die selben Informationen, ist jedoch auf einem aktuellen Stand!
Darüber hinaus enthält vpnc Codeteile, die der GPL widersprechen würden. Daher ist dieser Teil meist nicht in den Distributionen enthalten. Aus diesem Grunde muss man vpnc selber kompilieren. Ich möchte dies am Beispiel unter Ubuntu und anhand der Universität Karlsruhe durchführen.
Installation
Von der Homepage (s.o.) des Projektes muss man zunächst die aktuelle Version herunterladen. Im Moment ist dies die Version 0.5.1. Diese muss erst entpackt werden.
$ tar -xzf vpnc-0.5.1.tar.gz
Damit die Paketverwaltung das selbst kompilierte vpnc nicht mit der Version aus den Paketquellen ersetzt, fügt man an das Ende des Verzeichnisnamens noch ein Kürzel an. Später beim Kompilieren wird dieses Kürzel mit in die Versionsnummer übernommen. So ist das eigene vpnc-Paket vor der Paketverwaltung „sicher“.
$ mv vpnc-0.5.1 vpnc-0.5.1-christoph1
$ cd vpnc-0.5.1-christoph1
Anschließend muss der besagte, gegen die GPL verstoßende Teil einkommentiert werden. Dazu öffnet man das Makefile in einem Editor. Also beispielsweise gedit Makefile und entfernt die Raute „#“ vor den Zeilen 49, 50, so dass dieser Abschnitt am Ende so…
OPENSSL_GPL_VIOLATION = -DOPENSSL_GPL_VIOLATION
OPENSSLLIBS = -lcrypto
…aussieht. Nun muss man die zum Kompilieren nötigen Pakete installieren. Dieses kann man bei Ubuntu über die Paketverwaltung machen. Dazu einfach…
$ sudo apt-get install libssl-dev build-essential dh-make fakeroot
$ sudo apt-get build-dep vpnc
…ausführen. Alle benötigten Pakete werden installiert. Nun geht es an das Kompilieren. Der Reihe nach führe man diese Befehle aus.
$ make
$ dh_make -f ../vpnc-0.5.1.tar.gz
$ fakeroot debian/rules binary
$ sudo dpkg -i ../vpnc_0.5.1-1*.deb
Dies erstellt ein DEB-Paket, das sich über die Paketverwaltung installieren und somit auch wieder einfach deinstallieren lässt. Die Frage bei dh_make nach der Art des Binaries kann man mit S für eine single binary beantworten.
Zertifikat
Nun ist vpnc in der nötigen Version installiert, so dass man es benutzen könnte. Doch bevor man eine Verbindung zum VPN aufbauen kann, benötigt man noch das Zertifikat des VPN. Im Fall der Universität Karlsruhe bekommt man dieses über die Homepage des Rechenzentrums www.rz.uni-karlsruhe.de. In der unteren rechten Ecke findet man eine Box, wo man „Smartlinks“ eingeben kann. Mit dem Code „dfnpem“ erhält man das Zertifikat, das man als Download einfach abspeichern kann, beispielsweise auf dem Desktop. Von dort muss man es mit dem folgenden Befehl an die passende Stelle kopieren.
$ sudo cp ~/Desktop/dfnpca-02.pem /etc/ssl/certs/
Konfiguration
Schließlich muss noch vpnc konfiguriert werden. Dies geschieht über die Datei /etc/vpnc/default.conf. Über einen Editor sudo gedit /etc/vpnc/default.conf fügt man den Inhalt…
IPSec gateway vpn.uni-karlsruhe.de
IPSec ID vpn
IPSec obfuscated secret ABED22A5C87C97A1A46DCF3B7318FF31A3DCF07E1714F1F0A62DA51456D94BD62FCC576D465E24FD55463E2E5E673BA8
IKE Authmode hybrid
Xauth username u...
Xauth password xxx
CA-File /etc/ssl/certs/dfnpca-02.pem
…ein. Natürlich müssen der Benutzername und das Passwort noch angepasst werden. Damit diese Daten vor dem Einblick Dritter geschützt sind, sollte man mit
$ sudo chmod 600 /etc/vpnc/default.conf
die Dateirechte entsprechend setzen.
Verbindungsaufbau
Von nun an kann die Verbindung zum VPN über die folgenden einfachen Befehle auf- beziehungsweise wieder abgebaut werden.
$ sudo vpnc
$ sudo vpnc-disconnect




Schreibe einen Kommentar