Vor etwas mehr als einem halben Jahr hat Zattoo den bis dahin angebotenen Linux-Client eingestellt. Hintergrund des Einstellung war die Umstellung der Streams von einer P2P-Technik auf Adobe Flash und der Wunsch Zattoo zu einer Community zu machen. In einem Gespräch mit dem Zattoo CEO Beta Knecht findet Ihr ein paar Hintergrundinformationen zu dieser Entwicklung. Dank unserer Community – der Linux-Community – mussten wir jedoch nicht lange mit dem Fehlen eines Desktops-Clients für Zattoo leben. Mit Prism und ein bisschen CSS-Magie können wir schon länger wieder Zattoo außerhalb eines Browser-Fensters ansehen. Das größte Übel – das CPU-hungrige Adobe Flash – wird man dadurch leider jedoch nicht los.
Nun hat Zattoo doch wieder etwas Einsehen mit Linux und veröffentlicht Zattoo für Linux. Der Client steht als .deb Paket für 32-bit Systeme zum Download bereit. Das Paket lässt sich also auf Debian, Ubuntu oder Linux Mint verwenden. Andere Distributionen stehen außen vor. Ein .tar.gz Archiv mit statisch verlinkten Binaries, das man distributionsunabhängig verwenden könnte, stellt Zattoo nicht bereit. Unverständlich, da das Closed-Source Programm sowieso komplett statisch verlinkt ist und seine eigenen Bibliotheken mitbringt.
Der Client — wenn man ihn denn so bezeichnen möchte — macht nun nichts anderes als der oben angesprochene Prism-Zattoo-Client. Die Webseite von Zattoo wird einfach in einem Programmfenster geöffnet. Die einzige zusätzliche Option ist die Möglichkeit das Zattoo-Fenster im Vordergrund zu halten. Geblieben ist der enorme Hunger nach Rechenleistung. Zattoo verlangt nach den Systemanforderungen mindestens nach einem „Intel Pentium 4 2.33GHz“ bzw. „AMD Athlon™ 64 2800+“… Und das ist nicht gelogen. Da Zattoo über Flash gestreamt wird, kocht die CPU nur so vor sich hin.

Unter Ubuntu Karmic Koala 32-bit lässt sich das von der Webseite heruntergeladene DEB-Paket problemlos installieren. Die üblichen Tools helfen bei der Installation, das sollte unter Ubuntu kein Problem sein. Schwieriger wird es wieder bei einem 64-Bit-System — wie ich es verwende. Nach wie vor offeriert Zattoo nur ein Paket für Computer mit 32-Bit-CPUs und entsprechenden 32-Bit-Linuen. Allerdings lässt sich das 32-Bit-Paket auch unter einer 64-Bit-Ubuntu installieren. Ihr müsst nur die Installation erzwingen und dann das Flash-Plugin an die passende Stelle verlinken. Liegt die .deb-Datei bspw. auf eurem Desktop, dann installiert Zattoo via…
$ sudo dpkg -i --force-all ~/Desktop/zattoo*.deb
…und verlinkt dann Flash an eine Stelle, wo Zattoo die Bibliothek erwartet.
$ mkdir ~/.mozilla/plugins
$ ln -s /usr/lib/flashplugin-installer/libflashplayer.so ~/.mozilla/plugins/
Solltet ihr die 64-Bit-Alpha von Adobe Flash auf eurem System verwenden, dann beachtet dass Zattoo mit dieser Version nicht funktionieren kann, da Zattoo als 32-Bit-Programm die 64-bittige libflashplayer.so nicht ansprechen kann. In diesem Fall müsstet ihr also wieder die normale Flash-Version einspielen.

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