Warnung vor Internetabzocke bzgl. Megaupload.com im Namen von RA Klaus Kroner & Kollegen

Avatar von Christoph Langner

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Heute morgen hatte ich ein „Abmahnschreiben“ in meinem virtuellen Briefkasten, das mich doch für ein kurzes halbes Minütchen ins Grübeln gebracht hat. Abgemahnt wird das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Daten von Megaupload.com. Offensichtlich springt man hier also als Trittbrettfahrer auf die Verunsicherung unbedarfter Internetnutzer auf. Das komplette Schreiben ist gut gemacht und professionell gestaltet und…

Heute morgen hatte ich ein „Abmahnschreiben“ in meinem virtuellen Briefkasten, das mich doch für ein kurzes halbes Minütchen ins Grübeln gebracht hat. Abgemahnt wird das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Daten von Megaupload.com. Offensichtlich springt man hier also als Trittbrettfahrer auf die Verunsicherung unbedarfter Internetnutzer auf. Das komplette Schreiben ist gut gemacht und professionell gestaltet und wird wohl aktuell massiv an die Kunden von Freemailer geschickt, die dort Adressen im Stil vorname.zunahme@foobar.com haben.

Das Schreiben stammt angeblich von RA Klaus Kroner & Kollegen in München. Laut dem bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis gibt es jedoch weder unter dem Namen, noch der angegeben Adresse einen Anwalt. In der Seitenleiste des „Abmahnschreibens“ werden Handy-Nummern als Kontaktinformationen angegeben. Anwälte, die Abmahnungen per E-Mail verschicken und nur noch via Handy zu erreichen sind? Die Warnglocken sollten deutlich läuten…

Netterweise bietet man an das Verfahren gegen ein Vergleichsangebot beizulegen und so deutlich die Kosten zu drücken. Dazu soll man innerhalb von sieben Tagen über eine konventionelle Banküberweisung fast 150 Euro auf ein Konto in der Slovakei (IBAN zu erkennen) schicken.

Recherchiert man ein bisschen im Internet, dann sieht man, dass diese Schreiben derzeit massiv verschickt werden. Auf den zweiten Blick erkennt man recht schnell, dass diese Abmahnungen gefaked sind. Die angegebenen IPs stammen von Internetanbietern aus ganz Europa, „meine“ Anschrift ist falsch und den Anwalt gibt es nicht…

Was mir allerdings zu denken gibt, ist die professionelle Aufmachung des Schreibens und die Tatsache, dass die Mail die Spamfilter von drei Mail-Anbietern (ich leite die Mails von Freemailern weiter) unbeanstandet passieren konnte. Das zeigt, dass die Abzocker gute Arbeit geleistet haben. Entsorgt das Anschreiben nach /dev/null und macht euch keine weiteren Gedanken.

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17 Kommentare zu „Warnung vor Internetabzocke bzgl. Megaupload.com im Namen von RA Klaus Kroner & Kollegen“

  1. Avatar von McDope

    Ein Arbeitskollege hatte gestern auch eine davon bekommen, war auch überrascht wie gut das gemacht ist. Aber die Vergleichssumme war auffallend niedrig mit knapp 150€, und die SWIFT-Bankverbindungen machte dann endgültig misstrauisch 😀

  2. Avatar von bung

    Nice try…

    Aber eigentlich hättest du (zumal in Anbetracht der Tatsache, dass derlei Schreiben ohnehin postalisch zugestellt werden müssen) auch ganz ohne Recherche schon nach dem dritten Absatz merken können, dass es sich hierbei offenkundig um einen Fake handelt. Schließlich ist dort die Rede von einem „Peer-To-Peer-Netzwerk“, wohingegen es sich bei Downloads von Megaupload im Sinne eines Filehosters um das klassische Client-Server-Verfahren handelt.

    1. Avatar von Christoph

      Keine Sorge, ich habe den Fake bemerkt. Allerdings finde ich die das gesamte Schreiben so gut gemacht, dass mit Sicherheit viele unbedarfte Internetanwender auf den Betrug reinfallen werden. Megaupload ist in aller Munde und wurde gerne benutzt, es war ja „sicher“ dort Warez runterzuladen, da man ja nichts hochlädt. Von daher wird es genug Leute geben, die ausreichend verunsichert sind.

      Grüße
      Christoph

    2. Avatar von Basti

      Ich würde nicht davon ausgehen, dass nicht doch einmal eine Abmahnung per Mail rein kommt. Siehe http://www.computerbase.de/news/2010-02/abmahnung-per-e-mail-rechtens/.

  3. Avatar von Recht alltäglich

    Ist auf den ersten Blick schon gut gemacht. Verbraucher die nicht wissen wie eine echte Abmahnung aussieht, können hier schnell aufs Glatteis geführt werden. Da es bis gestern Mittag gedauert bis erste Infos dazu im Netz zu finden waren, hat bestimmt der ein oder andere auch schon gezahlt.

  4. Avatar von Martin

    Danke für die Info, wird weiter verteilt. Und vielen Dank auch gleich für die Recherche!

  5. Avatar von Musix

    Vielen Dank für die Info. Was für Schweine. Und natürlich die üblichen kleinen Beträge, wo sich für den Geschädigten eine Klage wirtschaftlich nicht lohnt. Also, ich meine für denjenigen, der auf so was reingefallen ist …

  6. Avatar von Frank

    Wir haben die Abmahnwelle seit Samstag den 17. registriert (http://www.eleven-securityblog.de/2012/03/eleven-warnt-welle-von-abmahn-e-mails-unterwegs/). Besonders der bereits ausgefüllte Überweisungsträger am Ende des PDFs ist eine neue Idee. Soll wahrscheinlich die Nutzer noch schneller animieren die Sache zu beenden.

    1. Avatar von Christoph

      Hallo Frank. Stimmt, den Überweisungsträger habe ich komplett vergessen zu erwähnen. Das macht ja die Sache so abartig fies. Ich bin mir sicher, dass bspw. ich in meinem Bekanntenkreis genug Leute finden würde, die eine Zahlung ernsthaft in Erwägung ziehen würden.

      Grüße
      Christoph

      1. Avatar von

        Würde mich brennend interessieren, wen du für so dämlich (bzw. solvent genug) hältst.

        mfg Marco

  7. Avatar von Toe

    die dort Adressen im Stil vorname.zunahme@foobar.com haben

    … also etwa torsten.12kg@foobar.com?

    Und im Ernst: Danke für die Warnung!

  8. Avatar von Wolfgang P
    Wolfgang P

    Moin,

    wir haben bei uns im Büro genau diese „Abmahnung“ auch bekommen. Es hat eine Weile gedauert, bis mir der Verdacht kam, dass hier etwas nicht stimmt. Sicher bin ich mir erst durch Deine Meldung, Christoph, und die Kommentare hier. Danke!

  9. Avatar von Sven

    Vielleicht bin ich da falsch informiert aber soweit mir bekannt ist sind ausschließlich Mails mit sog. „qualifizierter elektronischer Signatur“ rechtlich bindend sowie echter Schriftverkehr auf Papier (und Fax?)

    Grundsätzlich kann man dann solche Mails also ignorieren, selbst wenn es eine echte Kanzlei ist. Solange nichts per Post kommt haben die gelitten, da keine Frist einsetzt.

  10. Avatar von Toadie

    Hatten die Mail heute auch auf Arbeit. Habe mich herrlich amüsiert 😉

  11. Avatar von Melse

    Mein Mann hatte die nette Mail auch in seinem Postfach. Auch ne Mailadresse mit Vor- und Zunamen ;-(, die er allerdings zu der vorgeworfenen Tatzeit noch gar nicht hatte. Auch ist der Internetanschluß nicht auf seinen Namen angemeldet, wie in dem Schreiben erklärt. Glücklicherweise brachte uns dies zum Nachdenken. Reicht es wirklich aus, diese Mail nur zu ignorieren oder ist es doch empfehlenswert darauf zu reagieren? Man ist schon sehr verunsichert.

    1. Avatar von Christoph

      Es ist ein Phíshing-Versuch, außer der Bankverbindung führt keine Spur zum Täter. Von daher: Lösung und gut ist. Eine Anzeige verläuft mit Sicherheit im Sande.

      Grüße
      Christoph

  12. Avatar von Franka

    War heute bei der Polizei. Habe eine Anzeige Erstattet. Mehr werde ich nicht tun. Diese Kanzlei gibt es nicht und zu den Beiträgen die einige User für dumm erklären, weil sie verunsichert sind, wie sie sich verhalten sollen oder Zweifeln ob das ganze echt ist, sei gesagt das selbst die Polizei erst einmal schauen mussete ob an dieser Sache ernsthaft was dran ist. Es stellte sich jedoch umgehen raus das dies ein Betrugs- und Erpressungsversuch ist.

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https://linuxundich.de/allgemein/warnung-vor-internetabzocke-im-namen-von-ra-klaus-kroner-kollegen/ — gedruckt am 26. September 2026