Vorhin habe ich ja schon die Nachricht gebracht, dass es die recht beliebte Aufgabenverwaltung Wunderlist nun auch für Linux gibt. Ich hatte jetzt endlich mal etwas Zeit, mir das Programm genauer anzusehen. Wunderlist für Linux lässt sich erstmal von der Homepage des Betreibers herunterladen. Das Programm wird ausschließlich in binärer Form angeboten, wenn auch der Quellcode unter der GPL steht und von GitHub heruntergeladen werden kann. Die Binaries von Wunderlist sind alle statisch gelinkt und bringen einen ganzen Rattenschwanz an Bibliotheken mit, so dass der Download des Programms mächtige 80 MB groß ist, enorm viel, wenn man bedenkt, dass sich die „Magie“ von Wunderlist eigentlich in der Cloud abspielt. Leider bietet Wunderlist keine ordentlich gebauten Pakete, sondern einfach nur ein Archiv mit den Programmdateien an, doch mit ein bisschen Handarbeit kann man Wunderlist dennoch brauchbar im System installieren.
Das Programm selber kommt als TGZ-Archiv zu euch, so dass ihr es nicht sauber über die Paketverwaltung installieren könnt. Ich persönlich würde mir aktuell das Archiv schnappen, es nach /opt verfrachten und dann eine .desktop-Datei anlegen, so dass es auch ordentlich über die Anwendungsmenüs gestartet werden kann. Um euch die Arbeit etwas zu erleichtern, hier eine Step-by-Step-Anleitung für diese Aktion. Einzige Voraussetzung ist, dass ihr Wunderlist schon heruntergeladen habt und ihr ein Terminalfenster offen habt, bei dem ihr in dem Verzeichnis steckt, wo auch die .tgz-Datei von Wunderlist liegt.

Das Folgende sollte eigentlich unter allen Linux-Distributionen funktionieren, da die Bibliotheken von Wunderlist statisch verlinkt sind und /opt auch bei allen Linux-Distributionen vorhanden ist, sollte es keine Probleme geben. In einem ersten Schritt würde ich also das Archiv nach /opt extrahieren und die Versionsnummer aus dem extrahierten Verzeichnis entfernen. So müsst ihr später nicht die .desktop-Datei anpassen, sobald mal eine neue Version von Wunderlist veröffentlich wird.
$ sudo tar -xzf wunderlist*.tgz -C /opt/
$ sudo mv /opt/Wunderlist-* /opt/wunderlist
$ sudo chown root:root -R /opt/wunderlist
Als nächstes legt ihr eine so genannte .desktop-Datei im Verzeichnis /usr/share/applications an. Dort suchen alle Desktopumgebungen nach den im System installierten Anwendungen. Schmeißt dazu einfach euren bevorzugten Texteditor mit Root-Rechten an.
$ gksudo gedit /usr/share/applications/wunderlist.desktopUnd kopiert dann die folgenden Zeilen in den Editor. Wenn ihr den Pfadnamen wie vorhin beschrieben abgeändert habt, dann müsst ihr an dieser Stelle rein gar nichts abändern, übernehmt einfach den kompletten Inhalt der Textbox per Copy&Paste.
[Desktop Entry]
Type=Application
Name=Wunderlist
Name[de]=Wunderlist
GenericName=Task Management Tool
GenericName[de]=Aufgabenverwaltung
Comment=Organize your life with Wunderlist
Comment[de]=Organisiere dein Leben mit Wunderlist
Icon=/opt/wunderlist/Resources/wunderlist.png
Exec=/opt/wunderlist/Wunderlist
Categories=Office;ProjectManagement;
Terminal=false
StartupNotify=true
X-MB-SingleInstance=true
X-Ubuntu-Gettext-Domain=tasksDanach seid ihr eigentlich schon fertig, wenn ihr nun euer Anwendungsmenü aufruft, dann sollte unter „Büro“ Wunderlist mit einem eigenen Icon auftauchen. Der Rest der Anwendung sollte eigentlich selbsterklärend sein. Wenn ihr Wunderlist schon von Android, iOS oder den anderen Desktop-OS kennt, dann kommt ihr auch unter Linux zurecht.







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