Die Entscheidung Canonicals Amazon-Suchergebnisse direkt in der Home-Lens des Dash einzubauen, hat in unzähligen Blogs und Foren Kritik ausgelöst. Ich hatte mir die Unity-Shopping-Lense ja auch genauer angesehen und einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Das Feature war in der damals vorliegenden Version nicht deaktivierbar, überträgt alle Eingaben in die Home-Lense des Dashes unverschlüsselt zu Canonical, Bilder werden direkt von Amazon geladen und es wird spürbar Traffic erzeugt, der eigentlich nicht sein müsste. Die Kritik der Ubuntu-Community ist bei Canonical angekommen und man versucht das Feature bis zum Release zu verbessern, doch zahlreiche Punkte wird man nicht ändern können.
Die wichtigste Änderung wird sein, dass sich die Amazon-Suche deaktivieren lassen wird. Entweder wird dies über die Privatsphären-Einstellungen geschehen wie es Ubuntu-Entwickler Didier Roche auf Google+ gepostet hat. Laut dem Bug # 1054746 soll es der User bei jeder Lens die Möglichkeit haben, Abfragen ins Internet zu unterdrücken. Das letztendliche Ziel ist es wohl jede Lens konfigurierbar zu machen, dort wird an dann zu jeder Linse Konfigurationen vornehmen können. Diese Dash-Settings kommen allerdings meines Wissens erst mit Ubuntu 13.04.


Kritik an der jetzigen Änderung kommt übrigens — wie ich es schon im Beitrag zuvor angedeutet hatte — vom Doku-Team: „This is why we shouldn’t approve very late major Feature Freeze Exceptions/User Interface Freeze Exceptions. These features *will* need tweaking.“ Die Amazon-Ergebnisse wurden in Quantal eingebaut, als die Deadlines des Feature- und UserInterface-Freeze abgelaufen waren, zu der Zeit wurde schon lange an der neuen Dokumentation zu arbeiten.
Auch die weiteren Bugs wurden mittlerweile angegangen: Die Shopping-Lense übermittelt nun ihre Daten nicht mehr unverschlüsselt übers Netz, stattdessen kommt jetzt https zum Einsatz. Fraglich ist allerdings, ob Canonical jemals Gummi-Muschis aus den Suchtreffern der Shopping-Lens entfernen können wird. Hier liegt der Ball eigentlich eher bei Amazon und nicht unbedingt bei Canonical.
Amazon filtert seine Ergebnisse bislang in keinster Weise. Weder für das Web-Frontend, noch für die APIs, gibt es einen Filter um zum Beispiel Sex-Artikel von den Suche-Ergebnissen auszuklammern. Sucht man auf Amazon nach „Pussy“ (Link ist nicht NSFW), dann kommen eben entsprechende Ergebnisse, daran kann auch Canonical nicht viel ändern. Hier müsste Amazon eigentlich mal nachlegen und entsprechende Artikel nur über einen Deeplink einsehbar machen. Suchen sollten diese erst dann präsentieren, wenn man angemeldet und sich somit auch als Ü18 ausgewiesen hat.





Schreibe einen Kommentar