Linux-Distributionen unterliegen ja einer gewissen Mode. Früher war laut DistroWatch einmal Suse die Distribution der Wahl, dann drehte Debian kräftig auf, bis Ubuntu und dann Linux Mint an die Spitze rauschten. Die Präzision dieser Zahlen mal außer acht gelassen: Die Linux-Welt ist in ständiger Bewegung und zahlreiche Linux-Anwender betreiben mit Distro-Hopping einen regelrechten Sport. Aktuell sind Arch Linux und seine Derivate wie Netrunner, Antergos oder Manjaro auf einem aufsteigenden Ast. Die offizielle deutsschprachige Seite manjaro-linux.de könnte in Zukunft dabei helfen die Distribution zu noch größerer Beliebtheit zu verhelfen.
Manjaro hat wie Arch Linux den Vorteil, dass es sich im eine Rolling-Release-Distribution handelt. Manjaro packt allerdings einen grafischen Installer in das System und baut Installationsmedien mit Xfce oder KDE als Desktopumgebung. Gewürzt wird das Ganze mit grafischen Tools für die Paketverwaltung, Multimedia-Codecs und proprietären Treibern, sodass auch Arch-Einsteiger schnell zurechtkommen sollten. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Arch und Manjaro erklärt euch die deutsche Manjaro-Seite.
Zudem betreibt Manjaro Linux seine eigenen Paketquellen, sodass ein Problem bei Arch Linux nicht auch gleich direkt Manjaro betreffen muss. In die Stable-Repositories werden nur Pakete aufgenommen, die von den Entwicklern getestet und für gut befunden wurden. Wer möchte kann auf eigene Gefahr allerdings auch die Testing- oder gar Unstable-Repos aktivieren, in die Arch-Pakete deutlich früher übernommen werden. Mit Unstable währt ihr somit sehr nah am Puls von Arch Linux dran, die Verzögerung zwischen der Veröffentlichung eines Pakets bei Arch und der Übernahme in die Manjaro-Quellen beträgt in etwa zwei Tage.
Manjaro XFCE Edition 0.8.11




Neben der Homepage kümmert sich das deutsche Manjaro-Team allerdings auch um die Pflege und den fortwährenden Ausbau der deutschsprachigen Seiten des Manjaro-Wikis. Das Team arbeitet mit Hochdruck an der Übersetzung der englischsprachigen Beiträge und um die Erstellung von neuen Seiten, die vor allem für die deutschsprachigen Manjaro-Benutzer von Relevanz sein dürften. Bei Fragen zu Manjaro könnt ihr euch an das deutsche Manjaro-Forum wenden, dort solltet euch eigentlich freundlich geholfen werden können.
Meine fünf Euro-Cent: Manjaro liefert in meinen Augen KDE und Xfce fast perfekrt vorkonfiguriert aus. Beide Desktops sehen klasse aus und funktionieren auch auf älteren Rechnern schnell genug — wobei mein Ältestster auch schon über einen Intel Core i3 verfügt. Die Rolling-Release-Updates von Arch Linux sind für Anwender, die gerne über aktuelle Software verfügen ein wahrer Segen. Das Screening von Manjaro dämpft etwaige Seiteneffekte ab, sodass ihr eigentlich keine Probleme mit Updates haben sollte — auch bei Arch selber sind diese nur selten.

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