Vor zwei Tagen haben Google und die Chromium-Entwickler die Version 35 ihres Browsers veröffentlicht. Im Changelog der Version 35.0.1916.114 steht nichts aufregend neues, wie fast üblich schließt das Änderungsprotokoll mit dem Satz „Lots of under the hood changes for stability and performance“. Der Browser wird also mal wieder schnell und besser… Ein für viele Linux-User sehr wichtiges Detail fehlt jedoch in dieser Auflistung: Chrome und Chromium 35 verbannen NPAPI-Plugins aus dem Browser und verhindern somit, dass man in diesen Browsern weiterhin per Pipelight VoD-Dienste wie Watchever, Amazon Prime Video oder Maxdome nutzen kann.
Der technische Hintergrund liegt in der Umstellung vom Netscape Plugin Application Programming Interface (kurz NPAPI) zur von Google weiterentwickelten Pepper Plugin API (kurz PPAPI). Google treibt schon recht lange die Entwicklung von PPAPI voran, so arbeitet man z.B. schon länger mit Adobe zusammen. Das früher einmal von Adobe entwickelte NPAPI-Flash wird nicht mehr weiterentwickelt, Adobe liefert nur noch wichtige Sicherheitsupdates aus. Ein aktuelles Flash gibt es nur noch in Form eines PPAPI-Plugins, das direkt zusammen mit dem Chrome-Browser ausgeliefert wird. Bisher haben aber Chrome und Chromium immer beide Plugin-Schnittstellen unterstützt, damit ist nun — wie schon länger angekündigt — mit der Version 35 Schluss.
Auch wenn man Pipelight sauber im seinem System installiert hat, führen Chrome/Chromium 35 und neuer das Pipelight- bzw. Silverlight-Plugin nicht mehr unter chrome://plugins auf. Watchever, Amazon Prime Video oder Maxdome melden demzufolge nun natürlich auch, dass man doch bitte Silverlight installieren möge. Eine Lösung dafür gibt es aktuell — Stand Ende Mai 2014 — nicht! Pipelight müsste als PPAPI-Plugin umgeschrieben werden, doch da PPAPI eine Sandbox nutzt — und Pipelight externe Prozesse ansprechen muss — wird dies nicht ohne weiteres funktionieren. Der aussichtsreichere Weg scheint wohl daher der zu sein Chromium zu patchen wieder NPAPI-Plugins zu laden, ein solcher Patch wurde bereits schon von Pipelight-Entwickler Michael Müller geschrieben, noch ist er aber nicht im Chromium-Code integriert worden.

Zusammenfassend: Wer auf Chrome oder Chromium 35 aktualisiert, der muss auf Pipelight und damit auch auf seinen lieb gewonnenen Video-Dienst verzichten. Eine Lösung gibt es dafür derzeit nicht, der wohl aktuell einzig sinnvolle Workaround ist es einen anderen Browser zu nutzen — zumindest für Watchever und Co. Firefox unterstützt nach wie vor NPAPI-Plugins und auch Midori führt das Silverlight-Plugin brav auf. Für Chrome und Chromium müssen sich die Pipelight-Entwickler leider wieder etwas einfallen lassen.





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