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Mit go-mtpfs unter Linux auf Android-Handys via MTP zugreifen

Mit go-mtpfs unter Linux auf Android-Handys via MTP zugreifen

| 48 Kommentare

Über die Problematik aktueller Androiden und Linux habe ich mich ja schon an verschiedenen Stellen ausgelassen. Leider hat sich bislang nach wie vor nichts geändert, unter Ubuntu 12.04 lässt sich via MTP nicht auf ein Android-Handy zugreifen. Das Umstellen auf PTP ist auch nicht wirklich eine Lösung, da man so nur Zugriff auf die Bilder bekommt und mtpfs ist ebenso nur eine sehr fehlerhafte Krücke. In anderen Worten: Wer ein Handy mit Android 4.0, wie bspw. das Samsung Galaxy Nexus, besitzt, in das der Hersteller keinen Massenspeichermodus mehr hineingepatcht hat, der kann von Linux aus nur umständlich auf die Daten des Telefons zugreifen. Abhilfe kann hier go-mtpfs schaffen, eine neues  FUSE-Dateisystem, das gerade eben erst auf Github veröffentlicht wurde.

Die Commit-History von go-mtpfs ist gerade einmal zwei Wochen alt, erwartet daher bitte noch nicht ein perfektes Programm. In meinen ersten Tests lief das Ganze allerdings schon recht ordentlich: Ich hatte Zugriff auf alle Ordner des Handys, kann Lesen und Schreiben und auch Daten auf das Handy kopieren. Allerdings brach der Transfer von richtig großen Dateien – wie etwa Videos mit mehr als 700 MByte – auch schon einmal ab.

Um go-mtpfs auf euren Linux-Rechner zu bekommen, braucht Ihr den Go Compiler und die Entwicklerpakete zur libmtp-Bibliothek. Ich habe die Installation auf einem Rechner mit Ubuntu 12.04 durchgeführt, ich hoffe aber dass sich go-mtpfs auch auf Rechner mit anderen Linux-Distributionen installieren lässt, ich würde mich über Statusberichte freuen.

Die Installation ist an sich nicht schwierig: Holt euch die nötigen Pakete, lasst Go den Quelltext aus dem Github laden, verlinkt das erzeugte Binary nach /usr/local bin und fügt euren Benutzer noch zur Gruppe “fuse” hinzu, wenn er nicht sowieso schon in dieser Gruppe stecken sollte. Danach ist go-mtpfs schon einsatzbereit, konfigurieren müsst Ihr nichts.

$ sudo apt-get install golang-go libmtp-dev
$ sudo go get github.com/hanwen/go-mtpfs
$ sudo ln /usr/lib/go/bin/go-mtpfs /usr/local/bin/
$ sudo adduser $USER fuse

Um nun euer Handy in das Dateisystem eures Linux einzubinden schließt Ihr es via USB an den Rechner an, kontrolliert unter “Einstellungen -> Speicher -> USB-Verbindung (über den Menü-Button rechts unten)” auch als “Mediengerät (MTP)” konfiguriert ist. Solltet Ihr hier noch PTP eingestellt haben, dann bekommt Ihr nur die Kamera-Daten des Handys zu Gesicht. Danach legt Ihr einen Mountpunkt in einem beliebigen Verzeichnis an (bspw. in eurem Homeverzeichnis) und mountet mit $ go-mtpfs das Handy.

$ mkdir android
$ go-mtpfs android
$ fusermount -u android

Das Unmounten geht entsprechend wieder mit $ fusermount, beachtet aber bitte, dass vorher alle Daten auf das Handy kopiert sein müssen. Leider zeigt Nautilus das nicht ganz korrekt an, der Transfer-Dialog verschwindet lange Zeit, bevor die libmtp die Daten auf das Handy geschaufelt hat. Achtet daher eventuell auch mal auf die Ausgaben im Terminal.

Das Samsung Galaxy mit Android 4.0 und MTP in Ubuntu gemountet

Solange Bug #972311 nicht behoben wurde, ist go-mtpfs daher eine ganz brauchbare Krücke, es wäre aber schön, wenn MTP unter Linux einfach funktionieren würde, immerhin hat das MS auch geschafft ;) Der Anteil der Smartphone-User mit Android 4.0 steigt beständig, von daher können sich Linuxer nicht vor MTP verschließen, die Technik wird immer wichtiger, gerade weil es immer mehr Geräte mit Android 4.0 ICS gibt, die auf eine zusätzliche Speicherkarte verzichten.

Allerdings gibts es diesbezüglich auch eine gute Nachricht, die ausnahmsweise “für” ein Hersteller-ROM spricht. HTC baut zum Beispiel wieder den Massenspeicher in seine Geräte der HTC ONE-Serie (*) ein. Beim Anschluss an den Rechner erscheint ganz normal die Frage, ob die Daten als “Festplatte” freigegeben werden, einen kurzen Moment später meldet die Linux-Desktopumgebung dann ein neues Laufwerk, das geschieht bei meinem Galaxy Nexus (*) leider eben nicht.

HTC hat den Massenspeicher-Modus in seine HTC ONE-Serie wieder eingebaut.

Linuxern, die mit dem Gedanken spielen ein neues – oder ein erstes – Android-Handy zu kaufen, sei daher zum Beispiel das HTC ONE S (*) ans Herz gelegt. Das Handy ist brutal schnell, hat den fast idealen Form-Faktor, ist klasse verarbeitet, hat ein tolles Display und Android 4.0. Man muss zwar mit HTCs eigener Oberfläche “Sense” leben, hat aber dafür eben wieder den Massenspeichermodus zur Hand.

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Autor: Christoph

Hallo, ich bin Christoph -- Linux-User, Blogger und pragmatischer Fan freier Software. Wie Ihr ohne Zweifel bemerkt haben solltet schreibe ich hier über Linux im Allgemeinen, Ubuntu im Speziellen, sowie Android und andere Internet-Themen. Wenn du Freude an meinen Artikel gefunden haben solltest, dann kannst du mir über Facebook, Google+ oder Twitter oder natürlich dem Blog folgen.

48 Kommentare

  1. Ich hatte kurz nach dem Kauf meines Galaxy Nexus versucht das Gerät mit Linux zu verwalten. Doch mtpfs hat bei mir unter Arch nicht wirklich schnell und zuverlässig laufen wollen und mir war das ganze doch etwas zu unhandlich :D . Ich nutze mitlerweile Airdroid, welches das Verwalten des Mobiltelefons unabhängig vom Betriebssystem erlaubt.

    • Klar, man kann auch einen SSH-Server installieren. Manchmal geht es über ein USB-Kabel aber dennoch schneller.

      Grüße
      Christoph

    • Habe Airdroid getestet funktioniert alles reibungslos, es hat nur einen kleinen Hacken, der dir vielleicht nicht aufgefallen ist oder dich nicht stört.

      Ich benutze Kubuntu und ziehe mir die Fotos und Viedos normalerweise immer mittels Gwenview auf mein Computer, Gwenview ist ein supergeiles Programm, da es die Fotos und VIdeos automatisch ordnet, indem es die Zeitdaten der Fotos analysiert und dementsprechend umbenennt. Beispeilsweise ein Foto was vorher DSC0003 hieß und am 07.05.2012 um 16:03:01 geschossen wurde wird dann in 2012_05_07 oder so ähnlich umbenannt mit Stunde, Minute, Sekunde. Das fande ich bisher immer total genial da die Videos anders als die Fotos von Hause aus benannt waren und so nun die Fotos und VIdeos in einer perfekt chronologischen Reihenfolge gebracht wurden und man auch noch Jahre später weiß, wann ein Foto aufgenommen wurde.

      Nun lädt man sich diese über Airdroid herunter und die eigentlich Daten werden mit dem des übertragens auf den PC geändert. So bringt einem die Funktion von Gwenview nichts mehr und die Fotos und VIdeos werden alle komplett durchgemischt.

      Glaubt ihr denn es kommt bald auch ein Update oder -grade und es wird von offizieller Seite (Chanonical) unterstützt, warum wird es eigentlich überhaupt nicht unterstützt ?

      Ach und übrigens empfehle ich allen das Sony Xperia S … endlich mal ein Smartphone mit Qualität :-D !

      • Bleiben die Exif-Daten nicht erhalten? Das Dateidatum kann sich ja ändern, aber das Exif-Datum im Bild selber, sollter ja auch beim Download über AirDroid nicht geändert werden.

        Canonical selber wird hier nicht aktiv werden, sondern wohl auf ein Update seitens GNOME hoffen, doch der wird sicherlich nicht sooooo schnell kommen. Siehe LP #972311 und Bugzilla #666195. Ich vermute, dass wir uns noch länger mit Würgarounden beschäftigen müssen.

        Grüße
        Christoph

    • Danke! Airdoid hat mir super geholfen! :)

  2. Na, da habe ich mit meinem Custom ROM ja keine Probleme :-)
    Habe CyanogenMod 9 (Android 4.0) auf meinem SGS i9000 und kann ohne Probleme auf die Dateien wie gewohnt zugreifen…

  3. Danke schonmal dafür. Habs auf die schnelle unter Precise installiert und es scheint auch zu klappen. Hab mal nen par Alben hochgeladen, die sind ohne Probleme angekommen. Mach das später mal mit nem Film.

    Danke für den Tipp!
    Tom

  4. Dem kann ich mich nicht anschließen.

    Samsung Galaxy Nexus mit MTP + Ubuntu 12.04 funktioniert tadellos.

    • Hast du wenig Daten auf deinem Handy? Je mehr Daten auf dem Gerät sind, desto länger dauert das Auslesen des Indexes, aber einer bestimmten Datenmenge geht dann nix mehr, ist alles im verlinkten Bug beschrieben.

      Grüße
      Christoph

  5. Ich habe das gestern mal unter Fedora Core 16 ausprobiert. Ganz so easy war es irgendwie nicht. Musste mich erstmal in diese go Sache einlesen und dann den go compiler händisch installieren. Das positive daran, wieder mal was gelernt. Aber auch Zeit verüplempert.
    Letzenendes habe ich dann aber mein iconia A510 dran gehängt und es hat alles lesen können. Ich habe lediglich das löschen zweier ssh Zertifikate probiert, was aber auch funktioniert hat.
    Insgesamt ganz nett, auch wenn ich zugeben muss, dass mich die installation etwas verwirrt hat.
    *not used to it anymore* ^__^

  6. Vielen Dank, dieser Hinweis kommt genau zur rechten Zeit, hab ich doch erst vorgestern das Update auf ICS auf mein galaxy s2 aufgespielt. Leider bricht jedoch go-mtpfs mit Fehler ab:

    PTP_ERROR_IO: failed to open session, trying again after resetting USB interface
    LIBMTP libusb: Attempt to reset device
    LIBMTP PANIC: failed to open session on second attempt
    2012/05/10 17:09:57 rdev.open: open: open returned nil

    Glücklicherweise kann ich – wenn auch etwas aufwändig über die Einstellungen – noch auf den Massenspeichermodus zugreifen.
    Hatten andere diesen Fehler auch?

  7. Super Anleitung!

    Nachdem ich mich lange (zwei Tage) mit mtpfs und dazugehörigen Tutorials rumgeärgert habe, hatte ich hier mit der Freiherrenmethode (cut&paste) innerhalb von minuten perfekten Zugriff auf mein Galaxy Nexus.

    Vielen Dank!!!

  8. Danke! Funktioniert auch mit dem Samsung Galaxy S3. Allerdings muss ich “go-mtpfs sgs3/” (o.Ä.) ausführen, bevor automatisch versucht wird, das Gerät zu mounten (oder besser eine Regel machen, dass dies nicht versucht wird – das klappt bei mir aber momentan noch nicht).
    Mit go-mtpfs kriege ich ca. 5-5,5 MB/s (Karte kann ca. 10 MB/s), das ist aber zu verschmerzen. Immerhin funktioniert es und auch die gesamten 64 GB sind beschreibbar!

    Gruß

  9. Hallo

    Habt Ihr schonmal versucht, auf dem Handy den USB-Debugging Modus zu aktivieren.

    Bei mir jedenfalls, wird danach das Note als normaler Massenspeicher erkannt, und ich kann wie früher meine Daten hin und her schieben.

    Oder eine andere alternative, die mir sehr gefällt, ist Kies air.
    Läuft mittlerweise sehr gut, die App ist aber glaube ich nur für Samsung Smartphones erhältlich (bin mir aber nicht sicher). Eine gute alternative zu kies air ist Airdroid

    gruss

    • Es gibt Geräte, in denen der Massenspeichermodus weiterhin genutzt wird. Das sind oft Geräte, die von Gingergerbread auf ICS aktualisiert wurden, oder bspw. HTC baut das nach wie vor ein. Allerdings geht das dann immer mit einer extra Partition für die Daten einher.

      Grüße
      Christoph

  10. Hallo zusammen,
    ich kann euch nur dieses kleine Tool ans Herz legen: http://qtadb.wordpress.com/
    Das ganze läuft über die “Android Development Bridge” und hat den Vorteil das man das komplette Telefon mit vollem USB-Speed verwalten kann. Leider hat es einen eigenen “Datei Browser” (vergleichbar mit FileZilla) und man kann es nicht einfach ins eigene Dateisystem mounten. Die Shell-Affinen unter euch sollten sich mal nähr mit “adb push / pull” beschäftigen ;) . Ich hatte vorher ein SSH-Server auf dem Telefon installiert und es mit sshfs gemountet. Die geschwindigkeits einbüßen waren aber bei einem vollem Backup der SD-Partition nicht mehr tragbar.

    • Hallo Fabio, QtADB hab ich schon ein ganzes Weilchen auf dem Radar, leider ist das Programm schon immer arg buggy gewesen und die GUI ist eine Katastrophe. Aber vielleicht hast du Recht, besser als das Gefrickel mit MTP.

      Grüße
      Christoph

  11. Pingback: Lifetab unter Ubuntu 11.10 mounten - Android-Hilfe.de

  12. Aktivieren von USB Debugging am Handy hat bei mir geholfen. Keine Ahnung ob das jetzt MTP ist, jedenfalls wird es mir in Nautilus als USB Gerät angezeigt.
    AirDroid war bei mir unheimlich langsam. Mag aber auch an meinem Router gelegen haben.
    Ubuntu 12.4 (64Bit) und Android 4.1 Jelly Bean.
    Hab gerade 410 MB mit ca. 3MB/Sek kopiert. Nicht der Hammer, aber OK.
    Danke trotzdem für Deine ursprüngliche Beschreibung, Christoph!

  13. Hallo an alle,
    ich habe noch Probleme mit der Installation von go-mtpfs.
    Immer wenn ich: sudo go get github.com/hanwen/go-mtpfs ausführen will kommt:
    # cd .; git clone https://github.com/hanwen/go-mtpfs /usr/lib/go/src/pkg/github.com/hanwen/go-mtpfs
    package github.com/hanwen/go-mtpfs: exec: “git”: executable file not found in $PATH

    Kann mir bitte jemand weiter helfen?
    Ich müsste über Eclipse auf das Telefon zugreifen um Apps testen zu können.

    Dicken Dank schonmal!

    • Schau mal, ob du das Paket “git” installiert hast.
      Die Fehlermeldung sagt eigentl. bereits aus, dass er im PATH kein git Befehl finden kann.

      Ein einfaches sudo apt-get install git sollte Abhilfe schaffen.

      • Oder git-core, da steckt git bei Debian drinnen. Grüße Christoph

      • Super, das hat gut funktioniert.
        Vielen Dank.
        Muss ich das Gerät jetzt jedesmal von Hand mounten?
        Und kann es sein, dass es nicht funktioiert wenn das Gerät gesperrt ist?

        • Der Mount / Unmount lässt sich per Starter recht einfach regeln.
          Habe dazu folgende Befehlszeilen verwendet:

          Mount: /usr/lib/go/bin/go-mtpfs *your_mount_folder*
          Unmount: /bin/fusermount -u *your_mount_folder*

          Funktioniert bei mir auch mit gesperrtem Gerät.

          Ansonsten: Klasse Anleitung! Viele andere sind mir unter Xubuntu 12.04 nicht gelaufen. Einziger Wermutstropfen: die Sourcen incl. “git” benötigen ca. 1GB Platz (entpackt nach der Installation). Zum Thema Abbruch bei größeren Files: Übertragung eines 950MB Zip hat problemlos funktioniert.

          • Heißt das, mit den Befehlen wird der Mount von selbst beim Starten von Ubuntu ausgeführt? Was passiert wenn das Gerät aber erst später angeschloßen wird?
            Das mit dem Sperren hat sich dann auch ergeben.

            PS: Sorry, aber ich fange gerade erst an mich in Linux einzuarbeiten. Ihr seit mir somit eine riesen Hilfe!

            • Der Starter ist quasi das Pendant zur Verküpfung unter Win.
              Läßt sich bequem auf dem Desktop ablegen.
              Evtl. ist es auch möglich das ganze beim Booten zu initialisieren; würde für mich aber keinen Sinn machen, weil ich das Gerät immer erst später bei Bedarf anschließe.

              • Dürfte ich jetzt auch noch fragen, wie ich solch einen Starter anlege?

                • Dazu auf den Desktop gehen und im Kontextmenü (rechte Maustase) “Starter erstellen” auswählen.
                  Als Befehlszeilen die o.g. hineinkopieren (je ein Starter für Mount/Unmount), dem Starter einen Namen geben.
                  Für den Mount habe ich zusätzlich die Option “im Terminal ausführen” angegeben. Speichern. Fertig.

  14. Pingback: Anonymous

  15. $ sudo go get github.com/hanwen/go-mtpfs
    sudo: go: command not found
    

    bekomme ich als Fehlermeldung …
    Kann mir da jemand helfen? Vielen Dank

    • Installiere die benötigten Abhängigkeiten. Unter Ubuntu steckt go im Paket golang-go. Steht aber auch im Beitrag :)

      Grüße
      Christoph

      • Mh, das ist es leider nicht da das Packet installiert ist.

        $ sudo apt-get install golang-go
        Paketlisten werden gelesen... Fertig
        Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut       
        Statusinformationen werden eingelesen... Fertig
        golang-go ist schon die neueste Version.
        0 aktualisiert, 0 neu installiert, 0 zu entfernen
        
        • Komisch, was sagen denn die zwei Befehle…

          $ which go
          $ sudo which go
          
          • gar nichts

            Go: Befehl nicht gefunden

            und fertig. Das Paket ist ordnungsgemäß installiert, interessiert Ubuntu halt nicht. Machen wir einfach mal so.

            Einer dieser typischen Anleitungen, die angeblich alle ganz easy funktionieren, da aber mittlerweile bei jeder Distribution mit jedem Release komplett alle grundlegenden Sachen geändert werden, weil das die Entwickler so toll finden und wieder ihr Steckenpferd reiten müssen, funktionieren diese Anleitungen immer nur, wenn man genau die Distribution des Postenden mit genau der Version des Kernels mit genau derselben Version aller beteiligten Bibliotheken besitzt, funktioniert es halt nicht. Welcome to Distribution-Hell. 1,4% Desktop-Anteil ist erbärmlich nach 20 Jahren und das wird auch so bleiben. Eine Anleitung, die mit Ubuntu 12.04 perfekt funktioniert, funktioniert mit 12.10 schon wieder nicht, mit 11.10 vielleicht, geschweigen denn mit 11.04, mehr als zwei Jahre alte Versionen, da lachen die Hühner. Ach, es gibt ja noch andere “Distris”? Funktioniert erst recht nicht. Monokulturen im technischen Bereich sind durchaus fortschrittlich, ohne die DINorm gäbe es Deutschland als Technikland nicht. MS hat’s kapiert.

            Nach 15 Jahren Linux pur werde ich wohl dieses Jahr mich von diesem Betriebssystem verabschieden. Zu viel funktioniert nicht, immer noch nicht und wird auch nie funktionieren und Google ist eher eine Beschäftigungstherapie für Linuxautisten, denn wirklich hilfreich (s.o.). Und das hat Gründe, die nicht behoben werden, weil man sie nicht beheben will. Farewell.

            Nur zur info: Meine ersten Gehversuche mit Computern Ende der 80er Jahre waren Unix-HP-Workstations. Verglichen damit ist Ubuntu ein Haufen von Alphaengeneering-Software, Unix-Workstations liefen damals auch mal 5 Jahre durch – ohne Reboot und alles funktionierte perfekt. Mein letztes Windows war NT 3.51 und 98SE zum Zocken. Mein nächstes wird wohl 7/8 – den Kick nächtelang durchzuarbeiten, um irgendwas zum Laufen zu bringen, was unter Windows in 2 Minuten funktioniert, nur um zu zeigen, dass es auch unter Linux geht, habe ich nicht mehr nötig. Sex ist halt dann doch besser und Linux ist auch kein Spielzeug mehr.

            Einige denken das aber nach wie vor und genau darin liegt das Problem.

            • Nach 15 Jahren Linux lautet eine Fehlerbeschreibung ” Hilfe, geht nicht! was soll ich tun?
              Aber für eine ellenlange Hasstirade reichte es dann doch?

              Guter Witz.

  16. Hi,
    tolle Anleitung, funktioniert alles soweit bei mir ganz gut.
    Habe jedoch noch zwei Probleme:
    1. Es ist mir schon öfter passiert, dass unmounten nicht möglich ist:
    fusermount: failed to unmount /home/pivo/android: Device or resource busy

    Was könnte die Ursache dafür sein? Dateiverschiebungen waren definitiv abgeschlossen.

    2. Eine Datei auf dem Speicher des Telefons wird mir auf dem Rechner nicht angezeigt, welche im Dateibrowser auf dem Handy jedoch vorhanden ist.
    Hängt das damit zusammen, dass diese Datei erzeugt wurde, während es im System gemountet war?

    • Hi Daniel,

      1) Es reicht schon, dass du einen Dateimanager offen hast, der das Verzeichnis des Handys gerade in den Pfoten hat. Zum Aushängen muss wirklich alles geschlossen sein, kein Terminal oder Dateimanager darf das Verzeichnis im Zugriff haben.

      2) Hm, könnte sein. Verwende das ganze nicht sooo häufig, dass ich alle Feinheiten erkannt habe. Hat das Aktualisieren des Dateimanagers nichts geholfen?

      Grüße
      Christoph

      • 1) An so etwas hatte ich schon gedacht und daraufhin alles geschlossen was geöffnet war.

        2. Aktualisieren hatte ich versucht, mittlerweile wurde das Nexus schon mehrfach neu eingehängt.

        Beides sind nur Feinheiten, für meinen sporadischen Einsatzzweck ist die Lösung dennoch noch recht komfortabel. :-)

  17. Pingback: USB-Verbindung mit Ubuntu - Android-Hilfe.de

  18. Hallo,

    danke für die Anleitung – die Installation hat auch reibungslos geklappt – jedoch habe ich (ebenso wie Kaspar) ein Problem beim Verbinden:

    PTP_ERROR_IO: failed to open session, trying again after resetting USB interface
    LIBMTP libusb: Attempt to reset device
    LIBMTP PANIC: failed to open session on second attempt
    2012/05/10 17:09:57 rdev.open: open: open returned nil

    Da Kaspar keine Antwort erhielt gehe ich mal davon aus, dass es keine bekannte Lösung gibt?
    Sollte dies der Fall sein, so würde ich kopfgeldjaeger bitten, mir detaillierter zu beschreiben, wie er die Verbindung zu seinem S3 herstellte.

    Danke schon mal vorab
    xmax4668

  19. Hi,
    habe alles nach der Befehlsangabe im Terminal ausgeführt. Komme jetzt aber nicht weiter mit folgenden Befehlen.
    mkdir android (Das Verzeichnis ist angelegt. Hätte ich hier einen anderen Namen vergeben sollen?)
    Nach go mtpfs android passiert nichts mehr und es steht nur noch “starting fuse”
    Was mach ich falsch?

  20. Funktioniert Prima mit dem Nexus 4.
    Ich habe das ganze aber noch um UDEV Regeln ergänzt die das Nexus 4 automatisch einbinden da ich keine Lust habe das Phone jedes mal neu manuell mounten zu müssen:
    http://de.gonline.at/index.php/menue-home/blog/blog-computer/159-howto-nexus-4-unter-ubuntu-linux-automatisch-mounten

  21. Zitat: “Die Installation ist an sich nicht schwierig” Ha Ha ha

    also da funktioniert gar nichts, und wenn etwas so einfach ist, wieso folgt dem noch eine seitenweise erklärung bei denen man selbstverständlich wissen muss was go oder mout o.ä. ist…
    das ist jetzt schon das xte problem mit diesem betriebssystem, bei dem es keine “einfache”, wenn überhaupt eine lösung gibt.
    Wenn man Freude daran hat, an sowas zu knobeln mag das ja ok sein aber für mich bedeutet das noch mehr zeit an einem rechner zu sitzen und dadurch abzustumpfen. Wenn das der Preis für ein freies Betriebssystem ist… dann doch eher nicht.

  22. Pingback: GVFS-Update ermöglicht unter Ubuntu/Linux endlich den bequemen Zugriff auf Android-Geräte via MTP | Linux und Ich

  23. Hallo ihr, falls das hier noch jemand liest…
    mein Terminal wirft immer das hier aus:
    $ go-mtpfs android
    2013/07/25 17:15:07 OpenSession failed: LIBUSB_ERROR_IO; attempting reset
    2013/07/25 17:15:09 starting FUSE unknown
    Kann mir jemand sagen, was das soll? Ich habe ein Nexus 4 und LM 15 Cinnamon.
    Die Variante mit dem GVFS-Updatehabe ich auch probiert, hat aber nicht funktioniert. Dafür habe ich jetzt wegen des dist-upgrades bei meinem Dual-Boot-PC außer LM, LM Recovery Mode, zwei Memtests und Windoofs auch noch einen fünften Punkt “Previous Linux Versions” :/
    Es täte mir wirklich gut, wüsste ich mehr und wäre kein solcher Trottel.

  24. Danke, der Artikel war mir hilfreich. Werde mir einen Link hier her setzten, falls ich mit Ubuntu wieder einmal nicht auf meine Daten am Galaxy Note zugreifen können sollte. Thks, Helmut

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