Linux und Ich

Blog über Ubuntu, Linux, Android und IT

gnome-aufmacher

25. September 2014
von Christoph Langner
6 Kommentare

Gnome 3.14 mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht

Die Gnome-Entwickler waren die Nacht über äußerst fleißig und haben die neuste Inkarnation des Gnome-Desktops ans Licht geschoben. Alle neuen Funktionen und Verbesserungen findet ihr wie immer ausführlich beschrieben in den deutschsprachigen Release Notes zu Gnome 3.14, so dass ich mir an dieser Stelle eine ausführliche Beschreibung der einzelnen neuen Gnome-Version erspare.

Zahlreiche Veränderungen, wie etwa die verbesserte Multitouch-Unterstützung und das automatische Umleiten auf Zwangsanmeldeseiten beim Verbindungsaufbau (kennt man beispielsweise von Hotel-WLANs oder anderen öffentlichen Hotspots), zeugen aber davon, dass die Gnome-Entwickler auf mobile Geräte wie Tablets oder Convertibles mit Touchscreens schielen.

(Direktlink)

Sehr praktisch und in unseren mobilen Welt sehr wichtig, ist aber auch die jetzt Netzwerk-basierte Freigabe, die bestimmte Dienste — Persönliche Dateifreigabe (WebDAV), Medienfreigabe (DLNA) und Bildschirmfreigabe (VNC) — nur in ausgewählten Netzwerken startet, sodass man in Internetcafés oder im Uni-WLAN vor bösen Überraschungen verschont bleibt. Privates bleibt so immer privat, auch wenn jemand im fremden Netz auf Erkundungstour geht.

Was mich besonders freut ist die verbesserte Unterstützung von Multimonitor-Setups. Arbeitet man zum Beispiel mit einem Laptop und einer Docking-Station mit einem zusätzlichen Monitor, dann schiebt Gnome von nun an automatisch die Fenster auf den zweiten Bildschirm, die man dort zuvor platziert hatte, auch wenn man inzwischen ohne den zweiten Monitor gearbeitet hat.

Und zu guter letzt müssen wir uns vom kantigen Windows-98-Look verabschieden, den man bisher immer dann zu Gesicht bekam, wenn irgendwo irgendwas klemmte. In Gnome 3.14 löst nun endlich das aktuelle Adwaita-Theme das bisherige Standard- und Fallback-Theme Raleigh ab. Kommen GTK-Anwendungen nun mit dem aktuellen Theme nicht zurecht, dann erscheinen sie wenigstens im Adwaita-Look.

Adwaita löst nun Raleigh als Standard- und damit Fallback-Template ab.

Für mich als Arch-User wird Gnome 3.14 in den nächsten Tagen oder Wochen mit Sicherheit automatisch über die Paketverwaltung auf dem System eintrudeln. Ansonsten wird Fedora 21 Ende des Jahres mit dem neusten Gnome ausgeliefert werden. openSUSE 13.2 wird ebenfalls mit Gnome 3.14 arbeiten und — wenn alles nach Plan läuft — im November auf den Markt kommen. Und natürlich wird auch bei Debian an der Implementation der neuen Gnome-Version gearbeitet, hier kann man den Fortschritt hübsch aufbereitet verflogen.

harddisk

24. September 2014
von Christoph Langner
17 Kommentare

Backblaze-Report, welche Festplatten sollte man kaufen

Cloudspeicheranbieter wie Dropbox, Box oder Copy gibt es ja wie Sand am Meer. Aber ich meine, dass nur Backblaze so umfassende Informationen rund um die vom Dienst eingesetzten Festplatten verrät. Wie schon einmal Anfang dieses Jahres hat Backblaze die Ausfallrate seiner knapp 35.000 im Einsatz befindlichen Festplatten analysiert. Und auch diesmal weisen Festplatten von Hitachi die mit Abstand niedrigsten Ausfallquoten auf — wenn man also auf der Suche nach einer neuen Platte für sein NAS ist, sollte man auf jeden Fall Hitachi-Platten in Betracht ziehen. Problematisch scheinen besonders die 3 TByte-Platten von Seagate und Western Digital zu sein — die Platten beider Hersteller fallen nach einem dreiviertel Jahr deutlich häufiger aus, als noch im Januar dieses Jahres.

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netflix-ubuntu

23. September 2014
von Christoph Langner
4 Kommentare

Ubuntu 12.04 und 14.04 jetzt mit aktualisierter Libnss3 für Netflix

Entschuldigt bitte den dritten Beitrag zu Netflix hintereinander, aber aktuell komme ich nicht groß zum Schreiben für das Blog. An der Netflix-Geschichte möchte ich jedoch dran bleiben, schließlich habe ich in den letzten Tagen einige Tipps gegeben, die Libnss3 eines Ubuntu 14.04 aus Utopic zu übernehmen, so dass sich Netflix-Videos auch unter Ubuntu 14.04 streamen lassen. Als Arch-User ist mein eigenes System von Haus aus aktuell genug ;)

Inzwischen hatte Canonical angekündigt die Libnss3 zu aktualisieren und dies nun auch in die Tat umgesetzt. Die aktualisierte Bibliothek wird inzwischen automatisch über die Trusty-Security-Paketquellen auf eure Rechner gespielt, so dass ihr euch um nichts kümmern müsst. Danach bedarf es jedoch nach wie vor einer Anpassung des User-Agents in Chrome — erst wenn genügend Ubuntu-User die Systemanforderungen erfüllen, möchte Netflix die User-Agent-Abfrage komplett fallen lassen. [UPDATE: Nicht nur Ubuntu 14.04 wurde aktualisiert, auch Ubuntu 12.04 hat ein Update der entsprechenden Bibliothek bekommen.]

Wer meinem Tipp aus dem ersten Netflix-Beitrag, die Libnss3, Libnss3-1d und Libnss3-nssdb von Hand aus Utopic zu installieren, gefolgt ist, der bekommt das Update allerdings nicht automatisch eingespielt. Die Versionsnummern der Bibliotheken aus Utopic liegen noch über denen des Sicherheitsupdates aus Trusty. Ihr müsst daher abermals ein wenig Hand am System anlegen und die drei Pakete manuell aktualisieren.

$ wget http://security.ubuntu.com/ubuntu/pool/main/n/nss/libnss3{,{,-1d}_3.17-0ubuntu0.14.04.1_{amd64,i386}}.deb
$ wget http://security.ubuntu.com/ubuntu/pool/main/n/nss/libnss3-nssdb_3.17-0ubuntu0.14.04.1_all.deb
$ sudo dpkg -i libnss3*.deb

Beim letzten mal hat es wohl für ein wenig Verwirrung gesorgt, dass hier undifferenziert versucht wird, 32- und 64-Bit-Pakete zu installieren. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, da Dpkg die Installation der “falschen” Pakete einfach nur mit einer Fehlermeldung quittiert. Die für das falsche System gedachten Bibliotheken bleiben komplett außen vor.

netflix-ubuntu

19. September 2014
von Christoph Langner
10 Kommentare

Netflix bietet Canonical an Ubuntu fit für seinen VoD-Dienst zu machen

Seit ein paar Tagen kommen auch User aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Genuss des Video-on-Demand-Dienstes Netflix. Wie die Konkurrenz von Watchever, Maxdome und Amazon läuft jedoch auch Netflix nicht ohne Komplikationen unter Linux. Mit dem richtigen User-Agent funktioniert Netflix zwar dank eines HTML5-Players auch ohne Silverlight bzw. Pipelight, doch für diesen braucht es zwingen Googles Chrome-Browser und unter Ubuntu 14.04 LTS auch eine aktualisierte Version der libnss3. Diese kann man sich zwar aus Ubuntu 14.10 klauen, allerdings kommt es doch bei einigen Usern zu Komplikationen in der Paketverwaltung.

Netflix läuft dank seinem HTML5-Player mit Chrome als Browser nativ unter Linux.

Nun aber sieht es so aus, als ob Netflix die potentiellen Kunden mit einem Ubuntu oder anderem Linux auf dem Rechner nicht ganz egal sind. OMG!Ubuntu hat über Twitter-Beitrag eine Mail von einem Netflix-Mitarbeiter an die Ubuntu-Mailingliste aufgeschnappt, in der Netflix seine Bereitschaft erklärt, an einem Update der libnns3 zu arbeiten — wenn auch der Schreiber ein wenig mit den Ubuntu-Versionsnummern durcheinander kommt. Man möchte also Ubuntu 14.04 auf einen aktuellen Stand bringen, so dass dann auch der User-Agent-Hack obsolet werden könnte.

Netflix will play with Chrome stable in 14.02 if NSS version 3.16.2 or greater is installed. If this version is generally installed across 14.02, Netflix would be able to make a change so users would no longer have to hack their User-Agent to play.

What is the process of getting a new NSS version into the update stream? Or can somebody please provide me with the right contact?

Thanks!

-Paul from Netflix

Ob nun das Film- und Serienangebot von Netflix das der anderen VoD-Anbieter übertrifft, das muss wohl jeder für sich entscheiden — alle Dienste bieten eigentlich einen kostenlosen Testmonat an. Mit seinem HTML5-Player bietet Netflix allerdings ein für Linux-User sehr wichtiges Alleinstellungsmerkmal an. Nun müsste man es nur noch schaffen Netflix aus Chrome zu befreien, so dass man den Dienst auch direkt in Kodi aka XBMC und einem Raspberry Pi als Mediacenter benutzen könnte.

netflix

16. September 2014
von Christoph Langner
52 Kommentare

Netflix startet in Deutschland, dank HTML5-Player tut der Dienst unter Linux ohne Silverlight

Nach Watchever, Maxdome, Sky Go oder Amazon Prime Video starte mit Netflix heute auch noch der amerikanische Branchenprimus mit seinem in den USA den Markt beherrschenden Video-On-Demand-Dienst in Deutschland. Damit dürfte nun auch in good old Germany keiner der großen Player in diesem Bereich fehlen. Wie die Konkurrenz baut auch Netflix auf das Silverlight-Plugin, das unter Linux nur über den Umweg Pipelight zum Laufen gebracht werden kann. Wer seinen Browser jedoch richtig konfiguriert, dem präsentiert Netflix allerdings browser- und linux-freundliche HTML5-Streams, so dass man Netflix auch ohne Pipelight-Gebastel nutzen kann. Die Sache hat allerdings ein paar Haken.

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gimp-green-antialiasing-infinality-intro

14. September 2014
von Christoph Langner
8 Kommentare

Grünes Antialiasing unter Arch in Gimp? Freetype-Infinality ist dran schuld!

Wer Erfahrungen mit Distributionen wie Ubuntu oder Fedora hat und das erste mal ein Arch Linux installiert, der stört sich am Anfang mit Sicherheit an der nicht wirklich optimalen Darstellung von Schriften auf dem Desktop. Die Fonts erscheinen dünn und abgemagert, es fehlt an einer ordentlichen Kantenglättung aka Antialiasing und subtilem Subpixel-Rendering. Ubuntu und Co. sorgen mit eigenhändigen Patches an der für die Schriftdarstellung verantwortlichen Bibliothek FreeType bzw. durch Implementation bestehender Verbesserungen wie Infinality schon von Haus aus für ein besseres Schriftbild, dies sorgt allerdings für Probleme in Gimp.

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cool-retro-term_008

14. September 2014
von Christoph Langner
3 Kommentare

Speicherbelegung eines Dateityps rekursiv in allen Unterordnern ermitteln

Ich stand vorhin vor der Aufgabe herauszufinden, wie viel Speicherplatz sämtliche JPG-Bilder und MOV-Videos in einer weit und tief verzweigten Ordnerstruktur mit unzähligen Dateien ganz unterschiedlichen Typs belegen. Die klassischen Befehle Du, Df und Co. helfen hier auf den ersten Blick nicht direkt weiter, da ich eben rekursiv den Speicherplatz dieser beiden Dateitypen ermitteln möchte.

Die Aufgabe war letztendlich gar nicht so einfach zu lösen: Mit find fische ich mir rekursiv sämtliche Dateien eines Typs aus den Unterverzeichnissen, du ermittelt daraufhin die Dateigröße jeder Datei. Danach schnippel ich mir mit tail -1 die am Anfang stehende Dateigröße aus der Ausgabe und addiere dann mit awk Zeile für Zeile der Ausgabe zusammen. Kommt ihr auf eine bessere, weil schlankere Lösung? Mich würde das mal interessieren.

$ find . -type f -name "*.JPG" -exec du -shc {} + | tail -1 | awk '{print $1}'
9,8G
$ find . -type f -name "*.MOV" -exec du -shc {} + | tail -1 | awk '{print $1}'
15G

Wer solch eine Aufgabe öfters einmal zu bewältigen hat, der kann sich das Kommando beispielsweise als Alias in die .bashrc eintragen, so muss man es nicht immer komplett neu eintippen oder aus der History herausfischen. Alternativ könnt ihr euch aber auch einmal das kleines Perl-Skript duext ansehen. Es rechnet nicht nur die Dateigrößen eines Dateityps zusammen, sondern listet die rekursiv zusammengerechnete Belegung jedes in den Unterverzeichnissen vorkommenden Dateityps inklusive der Anzahl der Datein auf.

## duext herunterladen, umbenennen und ausführbar machen
$ wget https://sites.google.com/site/mailvortex/unix-and-linux/duext/duext.pl.txt
$ mv duext.pl.txt duext
$ chmod +x duext

## duext beispielsweise auf das Homeverzeichnis loslassen
$ ./duext /home/beispiel
soh: 2 files, 7409 bytes
cmeta: 4 files, 52 bytes
png: 12112 files, 791262261 bytes
...
gpg: 3 files, 40 bytes
ots: 1 files, 19030 bytes
odt: 7 files, 226643 bytes
/////// 336 unique file extensions
/////// total 57098 files, 65985706195 bytes

## Nur die Belegung von JPG- und PNG-Dateien ausgeben
$ ./duext /home/beispiel | grep -E 'jpg|png'
png: 12114 files, 791559846 bytes
jpg: 2199 files, 5751992470 bytes
galaxy-nexus

13. September 2014
von Christoph Langner
7 Kommentare

CyanogenMod wird das Galaxy Nexus GSM mit Android L versorgen

Mein Galaxy Nexus ist auch nach über zwei Jahren Dauereinsatz immer noch mein tagtäglich genutztes Handy. Dank Custom-ROMs wie CyanogenMod oder dem aktuell von mir installiertem OmniROM, und dem damit verbundenen Update auf Android 4.4, läuft das erste Nexus-Handy von Google wesentlich schneller, als mit dem ursprünglich installiertem Android 4.0. Einzig die Akkulaufzeit dürfte etwas länger sein und auch die Kamera entspricht nicht mehr wirklich dem Stand der Zeit. Geschenkt… Dafür darf mir mein Handy auch einmal runterfallen, ohne dass ich gleich Angst haben müsste, das schöne neue, und vor allen Dingen teure Handy zu ruinieren.

Mit dem demnächst anstehenden Release von Android L, Googles nächster Android-Generation, stellt sich jedoch die Frage, ob wir Nexus-User weiterhin mit einem aktuellen CyanogenMod rechnen können. Die Antwort antwortete lautete kurzzeitig: Nein! Das amerikanische Blog Android Authority meldete für einige Zeit CyanogenMod for Galaxy Nexus won’t survive the jump to L. Da der im Galaxy Nexus verbaute OMAP-Chipsatz von Texas Instruments inzwischen einfach eine zu kleine Nutzerbasis besitzt und somit zu wenig Support erfährt, wird es keine CyanogenMod-Images mit Android L für das Galaxy Nexus geben.

Zum Glück meldete sich im entsprechenden Bug-Report des CyanogenMod-Bug-Trackers jedoch schnell ein interessierter Entwickler, der sich weiterhin um CyanogenMod auf dem Galaxy Nexus kümmern möchte — allerdings wird er nur an der GSM-Version des Nexus, also dem unter dem Codenamen Maguro firmierenden Gerät, arbeiten. Somit wird es höchstwahrscheinlich — sag niemals nie — eine CyanogenMod-Variante mit Android L für das Galaxy Nexus geben, die amerikanischen Varianten Toro (Verizon) und Toroplus (Sprint) bleiben in Zukunft allerdings außen vor und müssen sich mit CyanogenMod 11 mit Android 4.4 als Basis letztes offizielle Version CyanogenMod für ihr Handy begnügen.

CyanogenMod wird Android L auf die europäische GSM-Version (Maguro) des Galaxy Nexus bringen.

Richard Stallman spricht auf der TEDxGeneva 2014

12. September 2014 von Christoph Langner | 2 Kommentare

Der Vortrag ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, sondern entstand schon im April dieses Jahres, aber warum nicht. Richard Stallman ist immer wieder nett zu anzuhören — auch wenn man nicht jede seiner Aussagen teilen muss. Diesmal spricht er zum ersten mal auf einer TEDx-Konferenz, in diesem Fall auf der Genfer Ausgabe der Veranstaltung — Das Thema des Vortrags behandelt, wohl kaum verwunderlich, freie Software und wie proprietäre Programme und Dienste den User kontrollieren.

It is the first TEDx talk of the founder of Free Software movement. Stallman, RMS for short, has changed the world with his vision of freedom for the digital age. He launched the GNU operating system, used with Linux as a component, and inspired the development of Creative Commons licences and Wikipedia project. In this talk, Stallman describes how nonfree programs give companies control of their users and what users can do in order to recover control over their computing.

(Bildquelle: yourcmc.ru, lizenziert unter CC-BY-SA)